IFA-Neuheit im Test
Graef Espresso-Siebträgermaschine ES 403 Salita
Eine Klasse für sich
Testredakteurin: Claudia Wagner, 2.9.2019, Fotos: Graef, Technikzuhause

Für viele beginnt der Tag erst so richtig mit einem guten Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato! Den persönlichen Favoriten kann man sich im Handumdrehen selbst zubereiten, wenn man das richtige Equipment dazu hat. Und dazu ist nicht Mal eine große High End-Siebträgermaschine nötig! Für kleine Küchen und Neueinsteiger in der Espresso-Zubereitung gibt es jetzt von Graef die Espresso-Siebträgermaschine ES 403 Salita, die mit schlanken Stellmaßen, pfiffigem Design und cleverem technischen Innenleben für köstliche Kaffee-Spezialitäten auch in Kleinküchen sorgen soll. Technik zu Hause hatte die Gelegenheit, die IFA-Neuheit schon vor der Messe ausführlich zu testen.

Schlanke Maße und kluge Ausstattung

Die "normale" Schaumdüse ist acht Zentimeter lang und sorgt für feinporigen Schaum. Links unten liegt der Pannarello-Aufsatz
Der Pannarello verlängert die Düse um zwei Zentimeter, erlaubt ein tieferes Eintauchen ins Milchkännchen und produziert etwas grobporigeren Schaum

Mit schlanken Maßen von 14 cm x 28 cm x 28,5 cm (B x L x H) braucht die Salita nur wenig Stellfläche und passt nahezu in jede (auch noch so kleine) Küche. Das Gehäuse ist aus hochwertigem Kunststoff mit Edelstahlband gefertigt und im Familiy Look von Graef pfiffig im Design. Zur Wahl stehen die Farben Schwarz, Weiß oder Rot. Die passive Warmhalteplatte (für Tassen) und auch das Abtropfsieb sind aus Edelstahl. Der Wassertank befindet sich auf der Rückseite der Maschine, hat ein Fassungsvermögen von 1,2 Litern (Kennzeichnung maximale Füllmenge) und lässt sich zum Befüllen sehr leicht entnehmen und wieder einsetzen. Der Siebträger selbst macht einen ordentlichen Eindruck. Natürlich ist er - bei einem so schlanken Modell wie der Salita - nicht so schwer und ausladend wie bei der Siebträgermaschine ES 850 Marchesa (Hier geht es zum Test der ES 850 Marchesa), die wir im Mai vorgestellt haben. Zum Lieferumfang gehören drei doppelwandige Siebeinsätze – für den Bezug von einfachem Espresso, doppeltem Espresso und E.S.E. Pads. Die Siebeinsätze bestehen aus Aluminium und sind daher nicht so hochwertig, wie bei der Marchesa. Sie lassen sich aber sehr einfach an der vorgesehenen Vertiefung am Siebträger anbringen und mit einer kleinen Drehung nach rechts locker (das ist so gewollt) fixieren. Das ist in Ordnung – vergessen Sie nicht, wir sprechen über eine Siebträgermaschine für den Einstieg in die Welt der Espressi & Co.!

Auch wenn der Schriftsteller und bekennende Kaffeetrinker, Alexandre Dumas (Die Drei Musketiere, Der Graf von Monte Christo) behauptete, dass es für einen guten Kaffee drei wichtige Kriterien gäbe – nämlich: „erstens Kaffee, zweitens Kaffee und drittens nochmals Kaffee“ – so ist es für Freunde der italienischen Kaffeekultur dennoch wichtig auch einen luftig-cremigen Schaum zu produzieren. Deshalb hat Graef bei der Salita ein besonderes Augenmerk auf die Milchschaumdüse gelegt.

Im „nackten“ Zustand – also ohne Aufsatz (Pannarello) ist die Schaumdüse acht Zentimeter lang und für die Herstellung von sehr feinporigem Schaum geeignet. Hier sollte man als „Schaumschläger“ schon ein bisschen Übung haben, damit das Ergebnis optimal gelingt – sagt Graef. Wie es in der Praxis aussieht lesen Sie gleich – ein paar Zeilen weiter unten. Für etwas grobporigeren Schaum und zum Üben ist der Pannarello (Aufsatz mit 1,4 cm Durchmesser) gedacht, der die Düse um zwei auf zehn Zentimeter verlängert und somit tieferes Eintauchen in das Milchkännchen erlaubt. Obendrein gibt es zur Salita noch einen Kunststoff-Messlöffel, dessen Fuß als Tamper dient. Profis schwören auf einen schweren Edelstahl-Tamper – der lässt sich aber leicht nachrüsten.

Starkes Innenleben

Auch wenn der zierliche Korpus der Salita das nicht vermuten lässt – im Inneren der Maschine steckt viel Power. Der schnellaufheizende Thermoblock bringt das Wasser rasch auf die richtige Temperatur und die 15-bar-Pumpe sorgt für den richtigen Druck bei der Zubereitung von Kaffee und Milchschaum.

Unkompliziert & schnell

Das linke Lämpchen leuchtet konstant, wenn die Maschine mit dem Netzschalter an der Rückseite eingeschaltet wird. Das rechte blinkt, wenn die Graef aufheizt. Mit dem Drehregler steuert man die Espresso-Maschine

Bei der Espresso-Siebträgermaschine ES 403 Salita von Graef gibt es nicht viel Schnickschnack in Punkto Menu-Wahl und Einstellungen von Kaffeetemperatur, Feuchtigkeitsregulierung etc. – und das ist für die schnelle bzw. den Einstieg in die Espresso-Zubereitung auch nicht nötig. Zunächst befüllen wir den Tank mit ausreichend Wasser (Kennzeichnung der maximalen Menge beachten). Danach wird die Maschine ganz simpel per mechanischem Knopfdruck (dieser befindet sich hinten-unten auf der rechten Seite) eingeschaltet. Sofort leuchten an der Front der Maschine, oberhalb des Drehreglers, zwei Lämpchen auf. Das linke steht für den ON-Betrieb und leuchtet konstant, das rechte Lämpchen pulsiert, und zwar so lange bis der Thermoblock für den Einsatz aufgeheizt ist. Das dauert – wir haben es mehrfach gestoppt – 1 Minute und 15 Sekunden. Danach leuchtet auch dieses Lämpchen konstant und wir können loslegen. Für den ersten Einsatz ist es sinnvoll ein paar Leerzüge durchlaufen zu lassen, damit die Maschine ordentlich durchgespült wird und der Espresso richtig gut schmeckt. Ist das erledigt befüllt man den gewünschten Siebeinsatz – also einfach oder doppelt - (wir beziehen uns in diesem Test auf loses Kaffeemehl) bis ein kleines „Türmchen“ im Sieb ist und drückt es mit dem Tamper gut an. Hier sollte man etwas feinfühlig vorgehen – mit zu viel Schwung pufft das Kaffeemehl leicht über den Rand. Kaffeemehl, das sich am Rand des Siebträgers befindet, kann man einfach mit den Fingern wegstreichen. Um den Siebträger korrekt einzusetzen, muss der Griff auf etwa 7 Uhr stehen, das Einrasten ist gut zu spüren, und man dreht den Siebträger um circa 45 Grad nach rechts bis der Griff nach vorne zeigt. Für den Espressobezug muss der Drehregler nach links gedreht werden. 

Schön gleichmäßig läuft der Espresso aus beiden Siebträgerausläufen
Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato - die schlanke ES 403 Salita von Graef sorgt für köstliche Kaffeespezialitäten

Mit einer minimalen Zeitverzögerung beginnt der Espresso schön gleichmäßig aus beiden Siebträgerausläufen zu fließen (das klappt nicht bei allen Maschinen so gut). Für die Menge – und somit die Stärke des Kaffees – muss man selbst sorgen – hier gibt es keine automatische Einstellung. D.h. je nach individuellem Geschmack dreht man den Regler wieder zurück in die Mitte und der Espressobezug ist beendet. Das erlaubt jede Menge Freiraum für den persönlichen Gusto.  Um jetzt noch in den Genuss des perfekten Milchschaums zu kommen entscheidet man sich, ob man mit oder ohne Pannarello den Schaum zubereiten möchte. Kleiner Tipp: Für Cappuccino wird der Milchschaum grobporig hergestellt (mit Pannarello), bei Latte Macchiato sollte der Schaum feinporig sein (also ohne Pannarello). Ob mit oder ohne Pannarello – man schwenkt die Milchdüse – die sich bis zu 360 Grad drehen lässt – nach links über das Abtropfsieb und dreht dann den Regler nach rechts bis überschüssiges Wasser abgelaufen ist und nur noch Dampf aus der Düse kommt. Hier sollte man aufpassen – das ist eine heiße Geschichte. Danach bringt man den Drehregler wieder in die neutrale Position und steckt die Schaumdüse in ein Milchkännchen (nicht zu voll machen). Jetzt dreht man den Regler wieder nach rechts für die Schaumproduktion. Wenn man das Kännchen schwenkt und ein paar Bewegungen nach oben und unten macht, entsteht wirklich innerhalb kürzester Zeit ein hervorragender Schaum – ob mit Pannarello oder ohne. Egal welcher Kaffeekreation wir uns gewidmet haben, wir waren sowohl von der Crema des Kaffees als auch vom Schaum überzeugt und dies bei kleinem Zeitaufwand. Sollte man übrigens mal vergessen haben, dass die Maschine eingeschaltet ist, geht diese automatisch nach 25 Minuten in den Standby-Modus. Komplett ausschalten kann man sie an der ON/OFF-Taste.

Reinigung & Hygiene

Zur Reinigung der Schaumdüse lässt man nach dem Aufschäumen der Milch nochmals über dem Abtropfsieb etwas Dampf entweichen und säubert die Düse dann mit einem feuchten Schwamm. Wer den Aufsatz – also den Pannarello – benutzt hat, zieht diesen – wenn die Maschine abgekühlt ist – ab und reinigt ihn unter fließendem Wasser. Auch der Siebträger sollte erst entfernt und geleert werden, wenn die Maschine abgekühlt ist. Dabei muss man etwas vorsichtig sein, da das verwendete Kaffeemehl ziemlich viel Feuchtigkeit enthält. Nachdem das Kaffeemehl entsorgt ist, entfernt man das Sieb und reinigt dieses, wie auch den Siebträger unter fließendem Wasser und trocknet beides anschließend gut ab.

Um lange Freude an der Salita zu haben empfiehlt Graef eine regelmäßige Reinigung und Entkalkung des Gerätes.

Die Graef ES 403 Salita ist in trendigem Rot, Schwarz oder Weiß erhältlich

Kleiner Tipp!

Sparen Sie nicht bei der Qualität der Kaffeebohnen! Ein Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato… kann nur dann richtig gut werden, wenn man auch anständigen Kaffee verwendet. Wenn man hier minderwertige Bohnen kauft, kann auch die beste Siebträgermaschine keine guten Kaffeespezialitäten zaubern. Wir haben wieder in der kleinen, regionalen Rösterei eingekauft und die ganzen Bohnen mit der Graef Kaffeemühle CM 820 frisch gemahlen.

Fazit

Die Graef Espresso-Siebträgermaschine ES 403 Salita ist leicht zu bedienen und erlaubt individuelle Kaffespezialitäten - ganz nach persönlichem Geschmack. Die Zubereitung braucht inklusive Aufheizphase des Thermoblocks nur wenige Minuten und gelingt auch Einsteigern spielend. Mit Ihren schlanken Stellmaßen passt die Salita auch problemlos in kleine Küchen und macht mit ihrem Familiy Look auch optisch Freude. Kostenpunkt 219,99 Euro (UVP).