Pizzabäcker Meister Koda!
Im Test: Ooni Koda 16 Outdoor-Pizzaofen
Testredakteur: Florian Weidhase, Bilder und Messungen: Technikzuhause, Florian Weidhase

Alle lieben Pizza! Und wie fast immer schmeckt es selbstgemacht am besten. Mit einem guten (=dicken) Pizzastein lassen sich schon im heimischen Ofen gute Ergebnisse erzielen, noch besser wird’s auf dem Gasgrill, ebenfalls mit Stein. Überzeugte Holzkohlegriller können mit Zubehör auch Pizza machen, aber die wenigstens Grills sind für Temperaturen jenseits von 450° Celsius ausgelegt. Hier kommt der Pizzaofen ins Spiel.

Große Klappe: Dank der großen Öffnung behält man die Pizza gut im Blick

Heiß, heißer, Ooni

Wer richtig gute Pizza will, braucht eigenen Teig, einen knallheißen Pizzastein und gut abgestimmte Oberhitze. Vor einigen Jahren lief mir der Ooni 3 Pizzaofen über den Weg und ich musste zuschlagen. Der Hersteller versprach Temperaturen von 500°C und fertige Pizza in 60-90 Sekunden. Und was soll ich sagen? Es stimmte! Ich hatte – mit etwas Übung, dazu später mehr – die beste Pizza meines Lebens zubereitet. Und kaum hatte ich Gerät und Technik gemeistert, bringen die Briten von Ooni doch glatt einen neuen Ofen raus. Aber meine Pizza war schon besser, als jede, die ich vorher gemacht habe. Geht da noch mehr?

Raumschiff auf Stelzen? Der Ooni Koda 16 sieht sehr futuristisch aus und wird komplett montiert geliefert
Evolution: Im Vergleich zum Koda 16 (links) wirkt der Ooni 3 geradezu winzig

Auftritt: Koda

Optisch könnte man meinen, ein Mini-Raumschiff wäre gelandet. Der Koda ist runder und vor allem im Innenraum deutlich aufgeräumter als der Ooni 3. In der 16-Zoll-Variante ist er aber auch echt groß, backt aber auch größere Pizzen. Theoretisch bis zu 40 Zentimeter passen auf den Stein, in der Praxis sind es eher 35 Zentimeter – genug, damit alle fünf Personen im Haushalt ein Stück bekommen. Trotz der Größe ist der Ofen zu zweit im Handumdrehen aufgebaut: Die stelzenartigen Beine ausklappen, der Koda 16 auf eine stabile Oberfläche stellen, Stein einlegen und die Gasflasche anschließen – fertig. Das Monstrum von Karton in papiertonnengerechte Happen zu zerlegen, dauert deutlich länger. Wer die Zutaten schon bereitgelegt hat, zündet jetzt und genießt in 25 Minuten die erste Pizza.

Konsequent verbessertes Konzept

Der Koda macht nichts neu, aber alles besser als seine Vorgänger. Im Koda kommt ausschließlich Gas als Brennstoff zum Einsatz. Statt einer konzentrierten Hitzequelle im hinteren Ofenteil wie beim Ooni 3 flankiert der Brenner die komplette Rückseite und linke Kante des Innenraums. Das sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung auf dem Stein, mehr Leistung insgesamt und – und das ist in der Praxis am Wichtigsten – man muss die Pizza nur einmal wenden. Beim Ooni 3 musste ich dreimal drehen, um alle vier „Quadranten“ der Pizza perfekt hinzubekommen. Ebenfalls positiv fällt auf, dass der Pizzastein eine saubere Umrandung im Innenraum hat, man die Pizza also nicht versehentlich gegen die Brenner schieben kann, wenn man sie mal nicht richtig mit der Schaufel erwischt. Die Gefahr eines schweren Pizzaunfalls mit eingesautem Stein sinkt hier beträchtlich. Und dass das aus Pizzalust schlagartig Ofenfrust macht, weiß ich leider aus Erfahrung.

So geht Pizza heute.....
Der knallheiße Stein gart den Teig, während die an die Decke ....
.... schlagenden Flammen für die nötige Oberhitze sorgen
Heiße Sache: Nach 15 Minuten zeigt das Thermometer bereits über 400 Grad an

Leistung, die beeindruckt

Nach zwanzig Minuten zeigt das Infrarot-Thermometer im Zentrum des Steins satte 450 Grad Celsius, am Rand näher an den Brennern messe ich ziemlich genau die versprochenen 500 Grad. Bei dieser Temperatur muss man wie der berüchtigte Schießhund aufpassen. Der Teig geht sofort hoch, wirft Blasen und die enorme Oberhitze lässt Soße und Käse blubbern. Durch die erfreulich große Öffnung des Koda 16 hat man die Pizza gut im Blick. Auf knusprig braun folgen nahtlos schwarze Flecken – spätestens jetzt ist es Zeit für die Wende! Pizza raus, 180° drehen, wieder rein und ca. 20-30 Sekunden später wird serviert. Die Entwickler haben es geschafft, Ober- und Unterhitze so gut auzutarieren, dass der Boden perfekt kross wird und der Belag nicht verbrennt.

Kein (Bäcker-)Meister fällt vom Himmel

Die größte Herausforderung bei allen Pizzaöfen ist, die noch rohe Pizza unfallfrei auf den Pizzastein zu bekommen. Es ist dringend anzuraten, das „trocken“ zu üben. Die Feuchtigkeit im Teig „bremst“, weswegen man stets darauf achten muss, dass sich die Pizza auf dem Schieber bewegt. Seien Sie obendrein beim Belag sparsam, sonst sorgt die Trägheit dafür, dass statt der Pizza nur der halbe Belag in der 500°C-Hölle landet und den Stein komplett einsaut. Aber keine Angst, mit ein wenig Übung schieben Sie Pizzas in den Ofen, als hätten Sie nie etwas anderes gemacht.

Fazit

Wäre dies ein Testbericht zum Ooni 3, hätten wir über eine nicht ganz perfekte Hitzeverteilung, lange Aufheizzeiten zwischen zwei Pizzen und einen nur mäßig einsehbaren Garraum sprechen müssen. Ooni hat aber gemacht, was ein guter Hersteller nun mal tut: ein gutes Produkt bauen, auf das Feedback der Kunden hören und ein noch bessere Produkt bauen. Wenn man meckern möchte, dann vielleicht über den im Vergleich zum „normalen“ Koda durchaus deftigen Aufpreis von 170 Euro. Wurde beim Ooni 3 noch ein Blech als Pizzaschieber mitgeliefert, muss man sich dieses Werkzeug für den Koda zusätzlich bestellen. Sie merken es – wir jammern auf höchstem Niveau. Wer Pizza mag, wird den Koda 16 lieben.

Keine Pizza ohne Teig

Auf der Suche nach einem guten Rezept werden auch Sie schnell merken, dass Pizzateig eine Wissenschaft für sich ist, die ganze Social-Media-Gruppen, Bücher und Foren füllt. Nach vielem Ausprobieren bin ich großer Fan der PizzApp geworden, deren besonderer Vorteil in der genauen Dosierung der Hefe in Abhängigkeit von Zeit und Temperatur liegt. Und nein, Mehl ist nicht gleich Mehl. Echtes 00-Mehl macht einen Unterschied wie Tag und Nacht, insbesondere wenn man einen hauchdünnen Boden bevorzugt.

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Unten rum: Der Ooni Koda 16 liefert eine optimal austarierte Hitze, die ...
.... den Boden gart, ohne den Belag zu verbrennen