Im Test: Philips Airfryer XXL Heißluftfritteuse
Viel mehr als heiße Luft

Zu einem modernen Lebensstil gehört heute eine bewusste, ausgewogene und fettreduzierte Ernährung. Dennoch greifen viele Berufstätige zu Fertiggerichten oder „To-Go-Mahlzeiten“. Ob sich gesunde Speisen unkompliziert, variantenreich und schnell zubereiten lassen, zeigt Technik zu Hause mit dem ausführlichen Test des Philips Airfryer XXL, der laut Hersteller garen, backen, frittieren, braten, grillen, aufwärmen und warmhalten kann.

Ausstattung und Verarbeitung
Für den täglichen Einsatz und große Menge

Der Philips Airfryer XXL ist deutlich mehr als eine Heißluftfritteuse

Ein Gerät, das den Zusatz XXL im Namen trägt, verschwindet nicht Mal gerade eben in der Küchenschublade - es braucht ein bisschen Platz. Der Airfryer XXL von Philips hat Produktabmessungen von 433 mm x 321 mm x 315 mm (L x B x H) und bringt stattliche 8,1 kg auf die Waage. Diese beiden Kriterien bescheren dem Gerät einen stabilen Stand auf der Arbeitsfläche und sorgen somit für sicheres Hantieren beim Kochen. Äußerlich macht der Airfryer einen hervorragenden Eindruck. Das schwarze Kunststoffgehäuse sieht nicht nur schick und hochwertig aus, es ist auch tadellos verarbeitet und so konzipiert, dass es – auch bei hoher Zubereitungs-Temperatur und längerer Laufzeit – nicht heiß wird. Der kupferfarbene Griff, mit dem man die Schublade herauszieht, ist Teil des Korbes, der ein Fassungsvermögen von bis zu 1,4 kg hat. Also genügend Kapazität, um Mahlzeiten für eine vierköpfige Familie zuzubereiten. Zum Korb, der mit einer maximalen Füllhöhe gekennzeichnet ist, gehört ein Gitterboden, der sich bequem per Klick einsetzen und ausbauen lässt. Hebt man den Korb an, rückt die antihaftbeschichtete Pfanne in den Fokus, die einen besonderen Boden in Seesternform aufweist. Im entsprechenden Seestern-Design und auch antihaftbeschichtet, liegt der Fettabscheider am Boden der Pfanne. Zurück zum Gehäuse: Auf der Vorderseite, im oberen Teil des Airfryers befindet sich das Bedienfeld mit Temperatur- und Zeitanzeige, 5 Smart Chef-Programmen, QuickControl-Regler, Temperaturtaste, Favoritentaste, Warmhalte-Taste, Timer-Taste, Zurück-Taste und ON-/OFF-Taste. Wie die Tasten funktionieren, lesen Sie gleich unter „Bedienung & Funktion“. Ganz oben am Gerät, am Rand, befindet sich der Lufteinlass. Auf der Rückseite des Gerätes sind die Luftauslässe und ein Fach für die Kabelaufbewahrung.

Bedienung & Funktion
Besondere Technologien für hervorragende Ergebnisse

Das Seesterndesign am Boden der Pfanne verstärkt den Luftstrom deutlich und lässt ihn wieder nach oben zirkulieren

Der Airfryer XXL gehört zwar zur Kategorie Heißluftfritteusen, ist aber – wenn man die vielfältigen Funktionen und Zubereitungsmöglichkeiten betrachtet – eher ein sehr kompakter Heißluftofen. Zum Einsatz kommt die besondere Twin TurboStar-Heißlufttechnologie. Ein Ventilator - oberhalb des Heizelements - wirbelt heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit durch den Garraum nach unten. Das Seesterndesign – unten am Boden der Pfanne – verstärkt den Luftstrom deutlich und lässt ihn wieder nach oben zirkulieren und soll so für eine rundherum gleichmäßige Garung sorgen. Die ebenfalls integrierte Smart Sensing Technology erzeugt einen sieben Mal schnelleren Luftstrom (im Vergleich zur Luftstromgeschwindigkeit in einem Philips Viva Airfryer mit flachem Boden), so sollen die Ergebnisse noch knuspriger werden. Und „last but not least“, verfügt der Airfryer XXL über eine Fettentfernungstechnologie, um überschüssiges Fett von den Speisen zu entfernen und aufzufangen.

Dank Fettentfernungstechnologie wird überschüssiges Fett in der Pfanne aufgefangen
Die Twin TurboStar-Heißlufttechnologie sorgt für schnelles und gleichmäßiges Zubereiten der Speisen und perfekte Ergebnisse

Vielseitigkeit kann so einfach sein

Mit schicker Optik und einfacher Bedienung wird der Philips Airfryer XXL schnell zum Küchenstar

Wie schon eingangs angesprochen, finden sich im Bedienfeld neben dem LED-Display auch die Tasten und der QuickControl-Regler, um alle Einstellungen je nach Zubereitungsart vorzunehmen. Besonders pfiffig und praktisch finden wir die 5 Smart Chef-Programme. Zur Wahl stehen gefrorene Pommes, hausgemachte Pommes, Fisch (also ganzer Fisch oder große Stücke), Hähnchenunterschenkel und ein ganzes Hähnchen. Um die Zubereitungszeit und –Temperatur kümmert sich der Airfryer (Smart Sensing Technologie). Man muss lediglich das gewünschte Smart Chef-Programm durch Drehen des Reglers ansteuern und durch einmaliges Drücken desselbigen bestätigen. Außer bei der Auswahl des ganzen Hähnchens, hier ist die Eingabe des Gewichtes über Drehen des Reglers noch nötig. Das Programm startet direkt – ohne dass ein Aufheizen des Gerätes erforderlich wäre. Was ausgesprochen stromsparend ist.

Die NutriU App gibt es kostenlos im AppStore und ist für IOS und Android geeignet

Alle anderen Speisen kann man - ganz individuell - über die Tasten Temperatur und Zeit garen, braten, backen, grillen, frittieren oder warmhalten. Für einige Funktionen empfiehlt sich der Erwerb des passenden Zubehörs, wie beispielsweise das Grill-Kit, Back-Kit oder Party-Kit. Diese sind im Lieferumfang nicht enthalten. Wobei man für den Backvorgang, laut Philips, auch eine geeignete, feuerfeste Form verwenden darf. Was allerdings mitgeliefert wird, außer der sehr gut verständlichen und detaillierten Bedienungsanleitung und dem Korbtrenner, ist ein 60-seitiges Rezeptheft. Und das ist wirklich prima, um ein Gefühl für die Zubereitungsdauer und die Temperaturen zu bekommen. Für weitere kulinarische Höhenflüge sorgt die Philips NutriU App. Sie ist sowohl für IOS als auch Android geeignet und steht im AppStore kostenlos zum Download zur Verfügung. Hier findet man über 600 Rezepte, kann eigene Kreationen notieren, ein Profil anlegen und so einiges mehr!

Die NutriU App hält mehr als 600 Rezepte für den Philips Airfryer XXL bereit
Ob Klassiker - wie Hackbällchen...
...oder Sonntagsbrötchen

Schlemmen erlaubt

Der Philips Airfryer XXL überzeugt mit Vielfalt in der Zubereitung. Ob gebratenes Gemüse...
... oder frisch gebackene, köstliche Brownies!

Durch 600 Rezepte konnten wir uns in der Redaktion nicht durchtesten, schließlich soll ja auch alles gegessen werden und das wäre in der Kürze der Zeit definitiv zuviel gewesen. Die nachfolgenden Gerichte haben wir für Sie zubereitet, dabei den Stromverbrauch gemessen und die Kosten ermittelt. Zugrunde liegt ein durchschnittlicher Strompreis für Deutschland (2019) von 30,85 Cent pro kWh.

Für Freunde der sehr leichten Küche, haben wir grob gewürfeltes Ofengemüse aus Hokkaido-Kürbis und Fenchel zubereitet, mit einem Verhältnis eins zu eins. Das waren ca. 600 Gramm, die wir mit Gewürzen und einem Esslöffel Öl gemischt haben. Ein bisschen Fett muss schon sein! Zum einen als Geschmacksträger und zum anderen, damit der Körper Vitamine, Mineralstoffe etc. gut aufnehmen kann. Und jetzt ist es wichtig, die Reihenfolge beim Einsetzten der Teile in den Airfryer zu beachten.

  1. Pfanne
  2. Seestern-Fettabscheider
  3. Gitter in den Korb einlegen bis ein „Klick“ zu hören ist (durch die kleine Lasche am Rand des Gitters und die Aussparung am Korb ist es einfach, die richtige Position zu finden)
  4. Korb im Airfryer einsetzen

Das Gemüse haben wir schön gleichmäßig im Korb verteilt und dann die Lade geschlossen. Für die Zubereitungszeit und –Temperatur war das Ratatouille-Rezept aus dem mitgelieferten Heft unsere Orientierungshilfe (15 Minuten bei 200 Grad).

Das übersichtliche Bedienfeld mit LED-Display erklärt sich praktisch von selbst und ist kinderleicht zu bedienen

Die Bedienung der Tasten ist einfach. Zuerst ON-/OFF-Taste drücken (am Bedienfeld rechts unten), die Tasten und das Display beginnen zu leuchten. Da wir uns im manuellen Modus befinden, folgt als nächstes die Einstellung der Temperatur. Diese Taste befindet sich im Bedienfeld links oben. Anschließend drehen wir den Regler auf die gewünschte Temperatur von 200 Grad und bestätigen mit einem Druck auf den Regler. Jetzt geben wir noch die Zubereitungszeit ein. Links oben am Bedienfeld auf die Zeit-Taste drücken, mit dem Regler 15 Minuten einstellen und per Druck bestätigen. Sofort startet der Philips Airfryer XXL mit dem Garvorgang, was man an einem hörbaren – aber nicht unangenehmen – Summen feststellen kann. Nach etwa 10 Minuten steigt uns ein feiner, dezenter Duft von Fenchel und Kürbis in die Nase. Exakt nach 15 Zubereitungsminuten beginnt der Airfryer XXL zu piepsen und schaltet den Garvorgang selbstständig ab. Das Ergebnis – ein perfektes, leicht goldgelbes Gemüse mit etwas Biss. Unsere Strommessung ergab dabei einen Verbrauch von 0,475 kWh. Umgerechnet sind das aufgerundet 15 Cent Energiekosten für ein gesundes Mittagessen!

Gold-gelb, knusprig und im Kern saftig - so müssen selbstgemachte Pommes sein
Dabei spart der Airfryer XXL auch noch ordentlich Fett und bietet Platz für 1,4 kg Pommes-Schnitze

Ebenso einfach lassen sich selbstgemachte Pommes zubereiten. Nach dem Schälen und gleichmäßig zuschneiden sollte man die Kartoffel etwas von der Stärke befreien. Das funktioniert mit einem 3-minütigen Bad in lauwarmem Wasser und anschließendem trocken Tupfen (Küchenkrepp). Die rohen Pommes (wir haben circa 600 Gramm genommen) mit etwas Öl durchmischen (1 Essl./pro 500 g), würzen und ab in den Korb. Jetzt wählen wir mit dem Regler das Smart Chef-Programm für selbstgemache Pommes und bestätigen per Druck. Wieder beginnt der Airfryer umgehend mit der Arbeit. Dieses Mal regelt er allerdings selbstständig Temperatur und Zeit. Bei den selbstgemachten Pommes gibt uns der Airfryer zwei Mal ein Signal, dass wir die Lade öffnen und den Korb mit den Pommes durchschütteln sollen. Das machen wir natürlich auch genau so. Nach 29 Minuten ist das komplette Programm – ohne aufdringlichen Fritteusen-Fett-Geruch - durchlaufen. Die Pommes sind außen herrlich knusprig und innen saftig – perfekt! O-Ton unserer Testesser: „Die Pommes sind mal richtig geil!“ Kostenpunkt im Stromverbrauch 14 Cent.

Der Philips Airfryer XXL bietet Platz für ein ganzes Hähnchen und zaubert eine unwiderstehliche Kruste und saftiges Fleisch

Für das ganze Hähnchen (frisch vom Bauernmarkt) sind wir bei der Zubereitung wieder dem Rezeptheft gefolgt. D.h. Hähnchen waschen, trocken Tupfen, mit Öl, Paprika-Pulver und Salz einreiben (dauert 5 Minuten) und – mit der Hühnchenbrust nach oben - ab in den Philips-Alleskönner. Smart Chef-Programm für ganzes Hähnchen wählen, das Gewicht per Regler eingeben (unser Hähnchen wiegt 1,366 kg – wir geben also 1,4 kg ein), bestätigen und los geht´s. Nach 65 Minuten sagt uns der Airfryer XXL per Signalton, dass er fertig ist. Das Hähnchen hat jetzt eine dünne, köstlich knusprige Haut. Das Fleisch – auch an der oftmals trockenen Hühnchenbrust – ist saftig und alles überschüssige Fett ist auf dem Pfannenboden mit Fettabscheider zurückgeblieben. Energie-Einsatz: 1,182 kWh – also 36 Cent!

Um zu sehen, ob auch Kuchen im kompakten Philips-Gerät gelingt, wagen wir uns an die Brownies und nehmen dafür eine Backform mit 18 cm Durchmesser aus unserem Redaktions-Fundus. Den Backvorgang geben wir manuell ein – 160 Grad für 35 Minuten. Und auch hier liefert uns der Airfryer wieder ein leckeres und genial zubereitetes Ergebnis, mit einem wirklich kleinen Stromverbrauch von 14 Cent.

Reinigung & Hygiene

Für die Reinigung (bitte nach jedem Gebrauch) des Airfryers sollten sowohl das Gerät, als auch alle Teile vollständig ausgekühlt sein. Alles, was abnehmbar ist – also Korb, Gittereinsatz, Pfanne, Fettabscheider und eventuell verwendetes Extra-Zubehör – dürfen in die Spülmaschine. Können aber natürlich genauso gut mit Spülmittel und Schwämmchen gereinigt werden. Dank der Antihaftbeschichtung geht das mühelos und schnell. Das Innere des Gerätes sollte mit einem Spültuch oder Schwamm gereinigt werden und ist im Handumdrehen erledigt.

Fazit

Wenngleich der Philips Airfryer XXL in der Kategorie Heißluftfritteuse zu Hause ist und mit wenig Aufwand perfekte Pommes frisch zubereiten kann, so wird die Bezeichnung seinen vielfältigen Fähigkeiten nicht gerecht. Im Einsatz – als kompakter Heißluft-Ofen – kann der Airfryer XXL nämlich richtig viel. Er eignet sich ganz hervorragend zum Kuchen oder Pizza backen, Fisch oder Hähnchen grillen, Gemüse garen und auch Speisen erwärmen oder warmhalten. Und das sowohl für den kleinen, als auch den mehrköpfigen Haushalt. Ausgestattet mit modernen, durchdachten Technologien bereitet der Philips Airfryer XXL Speisen sehr fettreduziert zu, was nicht nur gesund ist, sondern auch den unnötigen Kauf von Öl respektive das lästige Entsorgen von gebrauchtem Öl überflüssig macht. On top – arbeitet er zwar hörbar aber angenehm leise, verhindert störenden Fettgeruch und ist extrem stromsparend. Wir ziehen den Hut und sind der Meinung er ist den UVP von 299,99 Euro in jedem Fall wert.

 

Testredakteurin: Claudia Wagner, 27.11.2019, Fotos: Philips, Technikzuhause, Messungen: Technikzuhause

Und wer es gerne Veggie mag, versorgt die ganze Familie mit gefüllten Paprika