Kleiner Ratgeber zur Lagerung von Lebensmitteln
von Vera Sattler und Claudia Wagner, 29.8.2019

Um richtig köstliche Mahlzeiten zuzubereiten und sich insgesamt bewusst und gesund zu ernähren, braucht es frische Lebensmittel, die (noch) möglichst viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme etc. enthalten. Der richtige Umgang mit den „Mitteln zum Leben“ beginnt beim Einkauf, geht über die Lagerung bis hin zur Zubereitung. In diesem kleinen Ratgeber konzentrieren wir uns auf die Lagerung – insbesondere im Kühlschrank. Dennoch gilt als kleiner Tipp: Kaufen Sie am besten Lebensmittel, die einen möglichst kurzen Transportweg haben. Für Obst und Gemüse bedeutet das, dass diese Produkte schon (fast) reif geerntet wurden und keiner langen, vitaminzehrenden Lagerung unterworfen sind. Und bei Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten ist es weniger wahrscheinlich, dass die Kühlkette unterbrochen wurde. Kurz gesagt, regionale Produkte – aus regionalen Betrieben (Hofläden, Wochenmärkten, Biomärkten, Reformhäusern, Metzgereien, Käsereien etc.) sind die erste Wahl, für den Einkauf.

Warum Lebensmittel kühl lagern?

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Haltbarkeit von Lebensmittels zu verlängern. Das Kühlen im Kühlschrank in eine davon. Aber warum bleiben Lebensmittel eigentlich in einem kühlen Milieu länger frisch? Die Übeltäter, die Nahrungsmittel verderben lassen, sind unter anderem Mikroorganismen wie Bakterien, Schimmelpilze oder Hefen. Diese gelangen von außen auf die Nahrungsmittel und vermehren sich auf der Oberfläche von Speiseresten, Fleisch, Wurst oder Käse recht rasant. Sind die Lebensmittel kalt, verlangsamt sich der Stoffwechsel der Mikroorganismen und wird im Idealfall ganz unterbunden. 

Der moderne Kühlschrank

Moderne Kühlschränke haben spezielle Schubladen für Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst. Je nach Modell kann dort die Temperatur bzw. Luftfeuchtigkeit gesondert eingestellt werden. (Foto: LG)

Moderne Kühlschränke haben nicht nur ihre äußere Optik verändert; auch technisch gesehen hat sich hier etwas getan. Bei aktuellen Kühl- und Gefrierkombinationen sorgt beispielsweise ein spezielles Umluftverfahren für fast gleiche Temperaturen auf allen Ebenen des Kühlschranks. Damit ist die herkömmliche Lagerungsempfehlung für Lebensmittel zwar nicht außer Kraft gesetzt, kann aber weniger streng ausfallen. Auch bei modernen Kühlschränken ist es unten etwas kühler als oben, einfach weil Kälte rein physikalisch nach unten sinkt. Allerdings sind die Temperaturunterschiede innerhalb der Kühlschranketagen im Vergleich zu einem 10 Jahre alten Kühlschrank sehr gering. Nach wie vor wird sich also Fisch und Fleisch im Erdgeschoss wohlfühlen. Darunter befindet sich meist das mit einer Glasscheibe abgedeckte Obst- und Gemüsefach.

Grundsätzlich gilt:

  • Lebensmittel, die schnell verbraucht werden müssen oder deren Mindesthaltbarkeit demnächst abläuft nach vorne räumen
  • Alle Lebensmittel entsprechend ihrer Art gut verpacken (Gläser, Frischeboxen etc.)
  • Regelmäßige Reinigung, mindestens alle 4 Wochen; hier hat sich eine Mischung aus Spülmittel, Wasser und mildem Haushaltsessig bewährt 
  • Die Kühlschranktür nicht unnötig lange geöffnet lassen
  • Die Kühlkette der Lebensmittel möglichst nicht unterbrechen (mit Kühltasche zum Einkaufen)

Nicht alle Lebensmittel müssen im Kühlschrank

Viele Lebensmittel fühlen sich an einem kühlen, dunklen und trockenen Raum bestens aufgehoben. So gehören Südfrüchte nicht in den Kühlschrank. Auch Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten und Tomaten werden besser im Keller oder einer Speisekammer gelagert.

Hilfreiche Tipps rund um das Kühlen

Wichtig: Die richtige Position der Lebensmittel im Kühlschrank. Nicht so empfindliche Produkte gehören nach oben. Fisch, Fleisch und Gemüse nach unten.... (Foto: LG)

Wichtig ist der Standort des Kühlschranks: je kühler es ringsherum ist, desto weniger muss das Gerät arbeiten. Deshalb das Gerät nicht neben dem Herd, Backofen oder direkt an der Heizung aufstellen. Auch eine durchgehende Sonnenbestrahlung möglichst vermeiden. 

Allgemein gelten 4 - 7° C als optimale Kühlschranktemperatur. Vor allem in deutschen Haushalten wird hier oft weniger eingestellt. Wer hier nur ein Grad niedriger wählt, vergeudet bis zu 6% Strom. Die ideale Temperatur im Gefrierschrank liegt übrigens bei minus 18° C. Grundsätzlich auch auf die Kühlhinweise auf verpackten Lebensmitteln schauen.

Auch bei modernen Umluft-Geräten ist es nicht an allen Stellen im Kühlschrank gleich kühl – auch wenn die Unterschiede sehr gering sind. Am kältesten ist es an der Rückwand und auf der Glasplatte. Etwas wärmer ist es in den Fächern in der Tür und im Obst- und Gemüsefach. Dabei spielt auch die Luftfeuchtigkeit im Kühlschrank eine Rolle: Gemüse und Obst (außer Zitrusfrüchte) mögen eine hohe Luftfeuchte, Fleisch und Fisch hingegen haben es lieber trockener. Moderne Kühlschränke berücksichtigen auch dies.

Immer wenn die Kühlschranktür geöffnet wird, dringt warme Luft in das Innere. Damit die Temperatur wieder sinkt, muss das Gerät fleißig arbeiten. Was auch heißt, dass der Stromverbrauch steigt. Deshalb den Kühlschrank nur mit Bedacht öffnen und schließen. LG bietet beispielsweise mit Door Cooling eine Technologie, die durch eine zusätzliche Lüftöffnung an der Tür die Temperatur schneller auf den vorgegebenen Wert bringt.

Wenn Reste in den Kühlschrank sollen, diese erst abkühlen lassen. Der Kühlschrank müsste auch in diesem Fall heftig arbeiten, um die Speisen herunter zu kühlen. Zudem können andere Lebensmittel, die in der Nähe liegen, zu warm werden.

Wenn es im Kühlschrank „müffelt“ – einfach eine kleine Schale mit Kaffeepulver oder getrocknetem Kaffeetrester hineinstellen. 

Wichtig ist eine gute Luftzirkulation hinter dem Kühlschrank, damit sich die Abwärme nicht staut und das Gerät nicht mehr Strom schluckt. Auch die Lüftungsgitter regelmäßig reinigen und unbedingt frei halten. 

Wer alle Tipps beherzigt kann trotzdem unnötig Energie verpulvern, wenn die Kühlschranktür durch eine poröse oder verschmutzte Dichtung nicht richtig schließt. Eine defekte Dichtung kann man austauschen – oder gleich einen neuen, energiesparenden Kühlschrank kaufen. Übrigens: Ein A+++ Gerät ist rund 50% sparsamer als ein A+-Kühlschrank.

Ein Kühlschrank, der nicht über die No-Frost-Technologie verfügt, sollte ein- bis zweimal im Jahr abgetaut werden, auf jeden Fall aber ab einer 1cm dicken Eisschicht! Moderne Geräte sind mit einer Abtaufunktion ausgestattet. Mit No-Frost muss gar nicht abgetaut werden. Ein guter Rat zum Schluss: Auch ein Kühlschrank freut sich über eine kleine Pause. Deshalb beispielsweise vor dem Urlaub das Gerät leer räumen, abtauen, sauber machen, ausstecken. Auf jeden Fall offen stehen lassen – damit sich kein Schimmel bildet. So lässt sich der Stromverbrauch des Kühlschranks spürbar senken.