Klamer Induktionskochfeld 60 – leistungsstarkes 4-fach Kochfeld zum Nachrüsten für jede Küche!
Testredakteur: Dipl.-Ing. Michael Voigt, 22. April 2026, Fotos: Hersteller, Technikzuhause

Kochen mit Induktion gehört in den meisten Küchen zur Königsklasse, denn sie liefern enorme Leistung direkt an den Topf, sind präzise zu regeln und leicht zu reinigen. Wer seine alte Kochstelle mit Induktion nachrüsten Induktion möchte oder gar selbst eine neue Küche bauen will, findet bei Klamer ein preisgünstiges Induktionsfeld für den Selbst-Einbau. Wir haben gecheckt, wie sich das 60er Kochfeld in der Praxi schlägt.

Kochen mit Induktion

Kochen mit Induktion ist schnell, präzise und sehr komfortabel (Bild: Klamer)

Profiköche setzen in der Küche auf Gasherde oder Induktion. Denn diese Technologien erhitzen Töpfe und Pfannen auf direktem Weg und sorgen für blitzschnelle Hitze direkt am Gargut sowie feinfühliges Nachregeln der Temperatur. Induktionskochfelder haben sogar noch weitere Vorteile, denn sie lassen sich dank ihrer Oberfläche aus kratzfester Glaskeramik deutlich einfacher reinigen als die zerklüfteten Gasbrenner. Somit sind Induktionskochfelder DIE perfekte Technologie für private Küchen.

Induktionskochfeld selbst nachrüsten?

Wer eine Küchenzeile mit „älteren“ Kochfeldern (ohne Induktion) hat, und nicht gleich für viel Tausend Euro die gesamte Küche ersetzen möchte, kann mit einzeln erhältlichen Kochfeldern wie dem Induktionskochfeld 60 von Klamer mit relativ geringem Aufwand die Performance der eigenen Küche gewaltig aufrüsten. Dieses Modell bietet vier individuell regelbare Kochzonen (zwei davon sind sogar jeweils koppelbar) mit bis zu 3290 Watt Heizleistung und sprengt mit einem UVP von unter 200 Euro nicht die Haushaltkasse. Wir haben das Klamer Induktionskochfeld 60 in unserer Testküche installiert und geprüft, wie der Einbau vonstatten geht und wie gut die Kochfelder funktionieren.

Klamer Induktionskochfeld 60

Das Klamer Induktionskochfeld 60 bietet vier individuelle Zonen, von denen sich jeweils 2 koppeln lassen (Bild: Klamer)

Das Klamer Kochfeld bietet mit Abmessungen von 590 x 520 Millimetern ausreichend Platz für bis zu 4 Töpfe oder Pfannen, die wie bei jeder Induktionsfeld dazu geeignet sein müssen – Aluminium-Töpfe funktionieren bei dieser Technologie leider nicht. Angesichts seines günstigen Preises macht das Kochfeld einen erstaunlich guten Eindruck, die Verarbeitungsqualität gibt keinen Anlass zu Kritik. Bei Klamer wird die Glaskeramik-Fläche in zwei große, aufgedruckte Rechtecke unterteilt, bei denen jeweils der obere und untere Teil separat regelbar ist. So lassen sich vier einzelne Kochzonen betreiben, bei denen die exakte Größe der Töpfe und deren Platzierung recht unkritisch ist. Wer große, länglicher Bräter verwenden will, kann zwei übereinanderliegende Kochfelder zu einer großen Kochzone „koppeln“ und als eine Einheit steuern - das ist enorm praktisch. Die Bedienung des Klamer Induktionskochfeld geschieht über Sensorfelder, die eindeutig beschriftet sind, die Leistung jedes Feldes lässt sich mit einem „Sensor-Schieberegler“ in 9 Stufen recht fein regeln. Allerdings werden lediglich Leistungsstufen eingestellt (von 70 Watt - 1750 Watt), eine explizite Temperatur-Einstellung sowie einen Temperaturfühler gibt es nicht. Hier muss der Koch oder die Köchin mit Erfahrungswerten arbeiten, wenn eine exakte Temperatur erwünscht ist.  Wenn es mal schnell gehen muss - zum Beispiel bei Erhitzen von 5 Litern Nudelwasser, sorgt eine „Boost-Taste“ ca. 5 Minuten lang für eine maximale Heizleistung von 2090 Watt, allerdings immer für nur eines der Kochfelder.  Noch mehr Komfort bietet der einstellbare Timer, der nach der gewünschten Zeit einen Signalton von sich gibt und die Kochzonen automatisch abschaltet. Das Kochfeld verfügt außerdem über eine zuschaltbare Kindersicherung. 

Der Einbau

Falls der Ausschnitt des alten Kochfeldes beim Nachrüsten nicht passt, muss eine neue Arbeitsplatte her. Der Einbau des neuen Kochfeldes dürfte für versierte Heimwerker kein großes Problem sein (Bild: TechnikzuHause)

Wir haben für unseren Test ein ca. 1,5 Meter langes Stück Arbeitsplatte aus dem Baumarkt verwendet, um die Induktionsplatte ordnungsgemäß einzubauen und zu betreiben (unsere Redaktionsküche hat bereits ein Kochfeld). Sofern das Kochfeld ein älteres Produkt ersetzen soll, ist es nötig, den bereits vorhandenen Ausschnitt der Arbeitsplatte zu prüfen - das Klamer-Kochfeld benötigt einen Ausschnitt von 560 x 490 Millimetern, was in den meisten Fällen problemlos passen sollte. Im Zweifelsfalle müsste man bei zu kleinem Ausschnitt mit der Stichsäge nachschneiden, bei zu großem Ausschnitt ist leider eine komplett neue Arbeitsplatte fällig. 
Passt alles, wird die Unterseite der Glaskante vom Klamer-Kochfeld mit der beiliegenden, selbstklebenden Schaumdichtung versehen und in den Ausschnitt gelegt. Vier Befestigungswinkel samt Schraube halten das Kochfeld nun dicht und fest.  Der elektrische Anschluss des leistungsstarken Kochfeldes (von uns gemessen: insgesamt bis zu 7.000 Watt) erfolgt über die am Kochfeld fest verbundene 5-adrige Leitung an einen dafür vorgesehenen 400 Volt Drehstrom-Herdanschluss. Es ist auch möglich, einen Zwei-phasigen Anschluss vorzunehmen, eine Verbindung einer einzigen Phase per Schuko-Stecker ist aufgrund der hohen Leistung jedoch nicht erlaubt! 
WICHTIG: Grundsätzlich sollte der elektrische Anschluss des Kochfeldes nur von qualifizierten Personen nach dem Abschalten der Stromversorgung vorgenommen werden. Im Zweifelsfalle sollte ein Elektroinstallateur vorab prüfen, ob der vorhanden elektrische Anschluss für diese hohe Leistung überhaupt geeignet ist. In unserem Fall hat alles problemlos geklappt, der Autor dieses Testberichts ist zum Glück Dipl.-Ing. für Elektrotechnik und ausgebildete Fachkraft. 

Nach dem Anzeichnen werden in den Ecken Löcher gebohrt und per Stichsäge der Ausschnitt sauber ausgesägt...
...wenn alles richtig gesägt wurde (oder der alte Ausschnitt passt) lässt sich das Kochfeld samt Dichtung in den Ausschnitt einsetzen...
...und dann von unten mit vier Metallklammern wackelfrei und dicht fixieren.
Wichtig: Für den Anschluss des mitgelieferten 5-adrigen Herdkabel an einen 400 Volt Drehstrom-Anschluss muss unbedingt ein Fachmann ran! (Bilder: TechnikzuHause)

In der Praxis

Für unsere Messungen haben wir jeweils einen Liter Wasser erhitzt und den Temperaturverlauf sowie Leistungsaufnahme gemessen (Bild: TechnikzuHause)

Der erste Kochversuch kann losgehen: Wir starten mit unserer Standardmessung und erhitzen einen Liter Wasser auf 100°. Dies dauert dank der „Boost-Funktion“ beim Klamer Kochfeld lediglich 3,30 Minuten – das Induktionsfeld kann seine „Power“ also effektiv in Wärme im Topf umsetzen. Aufgrund der hohen Leistung springen im Betrieb die beiden Lüfter im Gerät an, welche etwas Abwärme nach unten abführen. Es sollte also etwas Raum im Küchenschrank unter dem Kochfeld frei bleiben. So richtig leise sind die Lüfter zwar leider nicht, aber während des Kochens lässt sich der Geräuschpegel aushalten. Die Bedienung, bzw. Steuerung der Kochfelder via „Sensor-Schieberegler“ erfolgt intuitiv und feinfühlig, man sollte aber wie bei allen Sensor-Tasten auf trockene Fingerspitzen achten. 
Da das Klamer Induktionskochfeld 60 keine Temperatursensoren und somit auch keine Temperatur-Vorwahl hat, muss man mit den Leistungsstufen des stufen Regler erst einmal ein wenig experimentieren. Wir haben im Test versucht, eine konstante Temperatur von etwa 60 Grad zu erreichen und diese zu halten - bei Stufe 3 ist uns dies gelungen. Im Zweifel ist es besser auf kleinerer Stufe anfangen und langsam höher zu regeln. Wer zum Beispiel Babynahrung zubereiten möchte, nutzt vermutlich sowieso ein externes Thermometer, um zu prüfen, wie warm der Babybrei im Topf ist. 
Bei größeren kulinarischen Projekten zum Beispiel mit einem großen Bräter und zwei Töpfen kann das Klamer Induktionskochfeld 60 seine Stärken voll ausspielen. Hohe Leistung auf dem kombinierten Doppel-Kochfeld sowie feinfühlig gesteuerte Hitze beim Aufwärmen von Erbsen aus der Dose – kein Problem und einfach in der Handhabung. Vergisst man mal nach dem Wegnehmen eines Topfes das Kochfeld abzuschalten, ist das auch kein Problem, denn das Klamer Induktionsfeld erkennt dies sofort und schaltet die entsprechende Zone selbsttätig aus.

Per Sensor-Tasten kann mit einem Schieberegler eine der 9 Leistungsstufen ausgewählt werden (Bild: TechnikzuHause)
Wenn es mal schnell gehen soll, hilft die zuschlatbare Boost-Funktion für maximale Heizleistung (Bild: TechnikzuHause)
Dank der Boost-Funktion kann 1 Liter Wasser innerhalb 3,5 Minuten auf 100 Grad erhitzt werden (Messung: TechnikzuHause)
Um zum Beispiel 60° zu erreichen (und zu halten) muss etwas experimentiert werden, ein Temperatursensor ist leider nicht vorhanden (Messung: TechnikzuHause)

Fazit

Wer seine Küche mit einem Induktionskochfeld preisgünstig aufrüsten möchte, ist mit dem Klamer Induktionskochfeld 60 bestens beraten. Für unter 200 Euro bietet das Einbaufeld im 60er Standardmaß vier individuelle Kochzonen mit jeweils über 2000 Watt Leistung, die sich sogar zu großen Zonen für Bräter koppeln lassen. Die Bedienung des Kochfeldes per Sensortasten ist intuitiv und problemlos. Auch der Einbau bzw. Wechsel des Kochfeldes in Eigenleistung ist für halbwegs versierte Heimwerker kein Problem - nur beim Elektroanschluss müssen Laien unbedingt einen Fachmann zu Rate ziehen. Mit dem Klamer Induktionskochfeld 60 gibt also jede Menge gute Gründe, die Küche zu überschaubarem Preis auf komfortables Kochen mit Induktion aufzurüsten!