Induktion steht für schnelles Aufheizen, eine präzise Leistungssteuerung und eine unkomplizierte Reinigung. Wer seine bestehende Küche modernisieren möchte, muss dafür nicht zwangsläufig die komplette Küchenzeile austauschen. Eine Alternative ist der Einbau eines einzelnen Induktionskochfeldes. Das Klamer Induktionskochfeld 30 richtet sich an Nutzer, die ihre bisherige Kochstelle auf Induktion umstellen möchten und nur wenig Platz haben. Wir haben das nur 30 Zentimeter schmale Modell mit 2 Kochzonen genauer unter die Lupe genommen und sowohl den Einbau als auch die Leistung im Küchenalltag getestet.
Klamer Induktionskochfeld 30 im Test:Kompaktes 2-Zonenkochfeld zum attraktiven Preis Testredakteur: Dipl.-Ing. Michael Voigt, 12. September 2026, Fotos: Hersteller, Technikzuhause
Induktion als Alternative zu klassischen Kochfeldern
In professionellen Küchen kommen häufig Gas oder Induktion zum Einsatz. Beide Systeme haben gemeinsam, dass die Wärme direkt an das Kochgeschirr abgegeben werden. Dadurch lassen sich hohe Temperaturen schnell erreichen und Änderungen der Heizleistung unmittelbar umsetzen. Ein weiterer Pluspunkt der Induktion zeigt sich nach dem Kochen: Die glatte Glaskeramikoberfläche lässt sich deutlich einfacher säubern als beispielsweise ein Kochfeld mit einzelnen Gasbrennern und deren Zwischenräumen. Gleichzeitig ermöglicht die Technik eine sehr schnelle und kontrollierte Erwärmung von Töpfen und Pfannen. Wer diese Vorteile auch zu Hause nutzen möchte, muss dafür nicht zwingend eine komplett neue Küche anschaffen.
Die bestehende Küche mit Induktion aufrüsten
Gerade bei älteren Küchen kann der Austausch des vorhandenen Kochfeldes eine interessante Möglichkeit sein. Statt mehrere Tausend Euro in eine neue Küche zu investieren, lässt sich die Kochtechnik durch ein separates Einbaukochfeld modernisieren. Das kompakte Induktionskochfeld von Klamer verfügt über zwei separat steuerbare Kochbereiche á 1.720 Watt. Dazu können die übereinander angeordneten Zonen können miteinander gekoppelt werden, sodass auch größeres Kochgeschirr wie Bräter verwendet werden kann. Die Gesamtleistung erreicht dann bis zu 3.325 Watt. Für unseren Test haben wir das Kochfeld in einer Arbeitsplatte montiert und anschließend verschiedene Alltagssituationen beim Kochen ausprobiert.
Klamer Induktionskochfeld 30: Kompakt und leistungsstark
Mit seinen Maßen von 288 x 520 Millimetern ist das Klamer-Modell genau halb so breit wie das gängige 60-Zentimeter-Format, passt also perfekt in kleine Küchen. Auf der Kochfläche finden trotzdem 2 große Töpfe oder Pfannen Platz. Wichtig ist allerdings, dass das verwendete Kochgeschirr für Induktion geeignet ist. Reines Aluminium beispielsweise kann auf einem herkömmlichen Induktionskochfeld nicht verwendet werden. Angesichts des erfeulich niedrigen Preises von 130 Euro hinterlässt das Kochfeld einen soliden Eindruck. Die Verarbeitung der Oberfläche gibt keinen Anlass zur Kritik. Die beiden Kochflächen in der Glaskeramikfläche ist in zwei Bereiche (oben und unten) unterteilt, in denen Töpfe flexibel platziert werden können. Die beiden Zonen lassen sich unabhängig voneinander betreiben. Auch bei unterschiedlichen Topfgrößen ist die Positionierung unkompliziert. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, zwei übereinanderliegende Kochflächen zusammenzuschalten. Dadurch entsteht eine größere Kochzone, auf der beispielsweise ein länglicher Bräter Platz findet.
Gesteuert wird das Kochfeld über berührungsempfindliche Sensorfelder. Die Bedienelemente sind übersichtlich gekennzeichnet. Für die Leistungsregelung steht ein Slider mit neun Stufen zur Verfügung. Je nach gewählter Stufe arbeitet die jeweilige Zone mit einer Leistung zwischen etwa 80 und 1.750 Watt. Eine konkrete Temperatureinstellung gibt es allerdings nicht. Das Kochfeld arbeitet mit Leistungsstufen und besitzt keinen integrierten Temperatursensor. Wer beispielsweise eine bestimmte Temperatur konstant halten möchte, muss daher zunächst mit den verschiedenen Leistungsstufen experimentieren. Für besonders schnelles Aufheizen steht eine Boost-Funktion zur Verfügung. Damit kann eine einzelne Kochzone für rund fünf Minuten mit bis zu 2.060 Watt betrieben werden. Zusätzlich verfügt das Kochfeld über einen Timer, der nach Ablauf der eingestellten Zeit einen Signalton ausgibt und die jeweilige Kochzone automatisch abschaltet. Eine Kindersicherung kann ebenfalls aktiviert werden.
Montage des Klamer Kochfeldes
Für den Praxistest haben wir das Kochfeld in eine Küchenarbeitsplatte aus dem Baumarkt eingebaut. Wer das Klamer-Modell als Ersatz für ein vorhandenes Kochfeld einsetzen möchte, sollte zunächst die Maße des bereits vorhandenen Ausschnitts überprüfen. Für die Klamer Induktionskochfeld 30 wird ein Ausschnitt von 268 x 500 Millimetern benötigt. Ist die vorhandene Öffnung kleiner, kann sie gegebenenfalls entsprechend vergrößert werden. Bei einem zu großen Ausschnitt ist der Austausch der Arbeitsplatte dagegen unter Umständen unumgänglich. Anschließend wird das Kochfeld in die Arbeitsplatte eingesetzt und von unten mit vier Befestigungswinkeln fixiert. Dadurch sitzt es stabil und dicht im vorgesehenen Ausschnitt. Besondere Aufmerksamkeit verdient der elektrische Anschluss. Das Kochfeld verfügt über eine fest angeschlossene dreiadrige Leitung und ist für den Anschluss an einen geeigneten Herdanschluss vorgesehen. Aufgrund der hohen Leistungsaufnahme darf das Gerät jedoch nicht einfach über einen normalen Schuko-Stecker angeschlossen werden. Wichtig: Der elektrische Anschluss eines leistungsstarken Kochfeldes gehört in die Hände einer entsprechend qualifizierten Fachkraft. Vor der Installation sollte geprüft werden, ob der vorhandene Stromanschluss für die erforderliche Leistung ausgelegt ist. Die Stromversorgung muss während der Arbeiten abgeschaltet sein.
So schlägt sich das Kochfeld in der Praxis
Nach der Montage stand zunächst eine klassische Leistungsprüfung auf dem Programm. Dafür haben wir einen Liter Wasser erhitzt. Mit aktivierter Boost-Funktion erreichte das Wasser den Siedepunkt bereits nach rund 3 Minuten und 50 Sekunden. Die hohe Leistung wird also effektiv in Wärme umgesetzt. Die starke Heizleistung hat allerdings auch eine Begleiterscheinung: Während des Betriebs wird der integrierte Lüfter aktiv und führt Wärme unterhalb des Kochfeldes ab. Deshalb sollte im darunterliegenden Küchenschrank ausreichend Platz für die Luftzirkulation vorhanden sein. Komplett geräuschlos arbeitet die Herdplatte nicht. Die Lüfter sind während des Betriebs durchaus hörbar, der Geräuschpegel bleibt beim normalen Kochen jedoch akzeptabel.
Die Bedienung funktioniert insgesamt unkompliziert. Über die Sensorfelder und den Schieberegler lässt sich die Leistung schnell verändern. Wie bei berührungsempfindlichen Bedienelementen üblich, reagieren die Sensoren am zuverlässigsten mit trockenen Fingern. Etwas Eingewöhnung ist bei der Temperatursteuerung erforderlich. Da keine direkte Temperatureingabe möglich ist, muss zunächst herausgefunden werden, welche Leistungsstufe für den jeweiligen Zweck geeignet ist. In unserem Test konnten wir beispielsweise mit Stufe 3 eine Temperatur von ungefähr 60 Grad halten. Wer eine bestimmte Temperatur möglichst exakt benötigt, sollte zunächst mit einer niedrigen Einstellung beginnen und die Leistung schrittweise erhöhen. Bei Anwendungen, bei denen eine genaue Temperatur entscheidend ist, kann ein separates Thermometer hilfreich sein.
Seine Vorteile zeigt das Klamer-Kochfeld insbesondere dann, wenn mehrere Kochvorgänge gleichzeitig stattfinden. Beide separat steuerbare Zonen bieten genügend Flexibilität für unterschiedliche Töpfe und Pfannen. Auch die zusammenschaltbaren Kochflächen sind im Alltag praktisch. Ein großer Bräter kann damit auf einer entsprechend großen Zone betrieben werden. Die Leistungsregelung lässt sich in der Praxis ausreichend fein an unterschiedliche Aufgaben anpassen – vom kräftigen Erhitzen bis zum vorsichtigen Warmhalten. Eine nützliche Sicherheitsfunktion ist zudem die automatische Topferkennung. Wird ein Topf von einer eingeschalteten Kochzone genommen, erkennt das Kochfeld dies und deaktiviert die betreffende Zone selbstständig. Dadurch wird verhindert, dass eine leere Kochfläche unnötig weiterheizt.
Fazit
Das Klamer Induktionskochfeld 30 erweist sich als interessante Option für alle, die eine bestehende, kompakte Mini-Küche ohne großen finanziellen Aufwand auf moderne Induktionstechnik umrüsten möchten. Für knapp 130 Euro erhält man ein 30-Zentimeter-Einbaukochfeld mit zwei Kochzonen, hoher Heizleistung und der Möglichkeit, jeweils beide Zonen zu einer größeren Kochfläche zusammenzufassen. Die Sensorsteuerung ist übersichtlich und nach kurzer Eingewöhnung einfach zu bedienen. Auch die Montage in einer geeigneten Arbeitsplatte gestaltet sich für erfahrene Heimwerker grundsätzlich unkompliziert. Beim Anschluss an das Stromnetz ist allerdings besondere Vorsicht geboten: Aufgrund der hohen Leistungsaufnahme sollte diese Arbeit ausschließlich von einer entsprechend qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden. Wer eine kleine Küche modernisieren und die Vorteile von Induktion nutzen möchte, ohne gleich eine komplett neue Küchenzeile anzuschaffen, bekommt mit dem Klamer Induktionskochfeld 30 eine leistungsfähige und preislich äußerst attraktive Lösung.
Klamer Induktionskochfeld 30
Herstellerangaben:
- Einbau-Induktionskochfeld
- 2 Kochzonen
- beide Zonen koppelbar
- Glaskeramik-Kochfeld
- Leistung 9-stufig regelbar (70-1720 Watt)
- Boost-Leistung: 2060 Watt (nur für eine Kochzone)
- bis zu 3.325 Watt bei gekoppelter Zone
- Touch Bedienfeld
- Timer (bis 99 Minuten)
- Topf-Erkennung
- Anzeige Restwärme
- Abschaltautomatik
- Kindersicherung
- Kühlung: 1 Lüfter
- Anschluss: 230V 3 Phasen / Herdanschlussdose
- max. Leistungsaufnahme: 3.325 Watt
- Abmessungen Glaskeramik: 28,8 x 52 cm
- Abmessungen Ausschnitt: 26,8 x 50 cm
- Preis: 129,99 Euro (UVP)
Vorteile
- kompakte Abmessungen
- leistungsstark
- Kochzonen koppelbar
- Boost-Funktion
- Preis/Leistung
Nachteile
- Lüfter recht laut
- kein Temperatur-Sensor
Internet-Seite des Herstellers: