Gorenje Neomaster vs. Staub 1:0
Vielseitiger Akku-Staubsauger im Test
Testredakteurin: Sarina Stützer, 09. Juni 2026, Fotos: Hersteller, Technikzuhause

Der Gorenje Neomaster macht auf den ersten Blick deutlich, was sein Ziel ist: möglichst alle Einsatzbereiche für einen Trockensauger mit einem kompakten Akkugerät abzudecken. Für das Aufnehmen von Flüssigkeiten ist er nicht gedacht. Neben der Boden-, der Textil- und der Fugendüse bringt er unter anderem eine Tierhaarbürste mit. Insgesamt macht das mitgelieferte Zubehör den Eindruck, dass man mit dem Gorenje Neomaster auf alles vorbereitet ist, was in einem normalen Haushalt an Saugarbeit anfällt.

Gorenje Neomaster

Der Neomaster von Gorenje: Handlich und leistungsstark (Bild: Gorenje)

Die Marke Gorenje wurde 1950 in Slowenien gegründet und gehört heute zur Hisense-Gruppe mit Sitz in China. In Europa betreibt Hisense drei Produktionsstätten sowie Zentren für Forschung und Entwicklung.
Der Gorenje Neomaster ist ein erfreulich "preiswertes" Topmodell der Akku-Staubsauger-Serie von Gorenje mit überwältigender Ausstattung.  Mit 190 Watt Saugleistung führt er die Leistungstabelle vor den anderen Modellen deutlich an.

Multi-Zyklon-HEPA13-Filterung oder Inverter-Power sind Begriffe, mit denen der Gorenje Neomaster beworben wird. Was ein HEPA-13-Filter bewirkt, wissen wir spätestens seit der Corona-Pandemie (und Allergiker auch schon vorher): Sie filtern Schwebstoffe aus der Luft, dazu gehören unter anderem Viren, Pollen oder Milbeneier.

Was er sonst kann, darf er in unserem Praxistest zeigen.

Die Ausstattung des Gorenje Neomaster ist reichlich und überzeugt. Die Motoreinheit mit Auffangbehälter wiegt ohne Akku schlanke 1,3 Kilogramm, mit Akku sind es 1,9 Kilogramm.

Beim Neomaster ist alles dabei, was man braucht: von der Bodendüse bis zur Wandaufhängung

In der Praxis

Ein Druck auf den Verschluss, und die Schmutz-Klappe geht auf (Bild: TechnikzuHause)

Nachdem der Spieltrieb mit dem Handteil des Saugers abgeebbt ist, setzen wir den Akku ein. Der Testdruck auf den Power-Schalter lässt den Motor sofort loslegen. Da wir aber noch keine Düse angesteckt haben, verschieben wir den Saugstart noch etwas. Wir montieren das Saugrohr und die „motorisierte Bodenbürste zum Absaugen aller Oberflächen“, wie sie in der Anleitung heißt. Beide Teile rasten mit einem satten Klicken ein.
Wir starten bei einem Akkustand von 75 Prozent und schalten zunächst in die Stufe „Auto“. Hier reguliert der Neomaster die Saugintensität selbsttätig. Nach gut 5 Minuten ist der Akku auf 19 Prozent. Laut Bedienungsanleitung hält der Akku auf der Stufe Auto ungefähr 25 Minuten. In unserem Testhaushalt mit Hund haben wir den Neomaster allerdings so beansprucht, dass er meist auf der höchsten Stufe laufen musste. Für die höchste Stufe „Boost“ gibt Gorenje eine Akku-Laufzeit von ca. 10 Minuten an, sodass es kein Wunder ist, dass der nicht voll geladene Akku bei uns schneller aufgeben musste. Außerdem ist die auf dem Schmutzfangbehälter angezeichnete maximale Füllhöhe auch schon fast erreicht. Da der Auffangbehälter nur ein Volumen von 0,6 Litern hat, sollte man diesen im Blick haben, um ihn rechtzeitig zu leeren. Das geht schnell und unkpompliziert: Klappe auf, Staub raus, Klappe zu, weitersaugen.

LEDs und Stoßschutz sind weitere Komfortmerkmale des Gorenje Neomaster (Bild: TechnikzuHause)

Eine erste, sehr positive Erkenntnis lautet, dass der Neomaster sein Versprechen einhält, dass die motorisierte Bodenbürste tatsächlich alle Oberflächen gleichermaßen gut absaugt. Ob es die Schmutzfangmatte vor der Tür, die Fliesen in der Diele oder das Parkett im Wohnzimmer sind: Alles wird sauber, ohne dass man am Gerät oder an der Düse von Teppich auf Glattboden umstellen muss.

Ein weiterer Pluspunkt: Legt man den Gorenje Neomaster in die Horizontale, wird er so flach, dass er selbst unter der 7,5 cm hohen (niedrigen) Kommode saugen kann. 

Die vorn in die Bodendüse integrierten LEDs helfen beim Auffinden der letzten Staubkrümel beim Fluchtversuch. Die darunter angebrachte Stoßkante schont die Möbel. Wir hängen den Akku ans Ladekabel und nutzen die Gelegenheit, uns mit der Reinigung des Neomaster vertraut zu machen. Die Bedienungsanleitung hat am Anfang einige sehr ausführliche Bilderseiten, in denen die Handhabung verdeutlicht wird. Die Textanleitung ist ein wenig sparsamer, jedoch ist der Abschnitt zur Reinigung der ausführlichste, weshalb wir ihn zusätzlich studieren.

Mit der Textilbürste wird der Neomaster zum wendigen Handstaubsauger (Bild: TechnikzuHause)

Wir entfernen den Auffangbehälter von der Motoreinheit und gehen streng nach Anleitung vor. Wir entnehmen den Filterring, die Filtereinheit und den Auslassfilter wie beschrieben. Den Behälter halten wir kurz unter fließendes Wasser, um den daran haftenden Reststaub zu entfernen. Die anderen Teile bürsten wir vorsichtig ab. Auch sie können mit Wasser gereinigt werden, müssen aber absolut trocken sein, bevor sie wieder eingesetzt werden. Empfohlen wird die gründliche Reinigung etwa alle 6 Monate. Beim Auffangbehälter aus Kunststoff helfen wir beim Trocknen bei Bedarf vorsichtig mit einem weichen Tuch nach.
Nun schauen wir uns die Bodenbürste an. Auch hier ist die schriftliche Anleitung ausführlich, unterstützt durch die Bilder. Wir entnehmen die Walze, aber hier ist gar nichts zu reinigen, obwohl wir den Neomaster mit jeder Menge Hundehaaren malträtiert haben. Diese waren allerdings recht kurz. Längere Haare können sich in der Mitte der Walze sammeln (das ist so beabsichtigt) und dann von dort entfernt werden. Auch hier gilt: Alle Teile, die man mit Wasser säubert, müssen absolut trocken sein, bevor sie wieder an die Arbeit gehen.

Der Gorenje Neomaster ist für jeden Anwendungsfall gerüstet

Die kleinere Bürste erfüllt alle Erwartungen, die die größere zuvor geweckt hat, und das Sofa ist im Handumdrehen krümelfrei. Vergessene Krümel vom Esstisch, Spinnweben am Türrahmen oder die undefinierbaren Brösel, die sich traditionell in Schubladen sammeln, lassen sich gut mit der 2-in-1-Bürste entfernen.

Für schmale Zwischenräume liegt außerdem eine Fugendüse bei. 

Tierhaarbürste

Borsten einziehen, Haare zur Mitte streichen, schon landen sie im Auffangbehälter (Bild: TechnikzuHause)

Besonders gespannt waren wir auf die Funktion der Tierhaarbürste. Es gibt Hunde und Katzen, die lassen sich gern absaugen. Wenn sie gleichzeitig dabei gebürstet werden, umso besser. Wir stecken den Saugschlauch und die Tierhaarbürste an die Motoreinheit. Testhund Teddy ist zwar nicht wirklich überzeugt, aber zwei Probedurchgänge lässt er für den Test zu. Obwohl klassische Tierhaarbürsten in der Regel anders aussehen, holte die Bürste des Neomaster jede Menge Unterwolle aus dem Fell. Der Vorteil ist, dass herumfliegende Haare gleich aufgesaugt werden. Nach dem Bürsten (mit oder ohne Sauger) verbleibt einiges an Haaren in der Bürste. Nun zieht man mit dem Knopf auf der Rückseite die Borsten ein, streicht mit dem Finger Richtung Mitte und schon verschwinden die Haare im Sauger. So ließe sich die Bürste bei saugunwilligen Tieren zunächst auch ohne Saugfunktion nutzen und die Haare dann einsaugen, sodass sie direkt im Sauger landen, bevor sie durch die Gegend fliegen. Das Ergebnis ist im transparenten Auffangbehälter jedenfalls deutlich sichtbar. Wessen Haustier sich absaugen lässt, hat hier das perfekte Werkzeug gefunden. Mit ein bisschen Zeit und Geduld ließe Testhund Teddy sich wahrscheinlich daran gewöhnen. Dies wird dadurch erleichtert, dass der Geräuschpegel des Saugers sehr unaufdringlich ist. Das trifft besonders auf der Stufe „Eco“ zu, aber auch auf der Stufe „Boost“ haben wir ihn nicht als laut oder unangenehm empfunden.

Unser "Testhund" Teddy ist noch nicht ganz vom Saugbürsten überzeugt – wir als Halter allerdings schon (Bild: TechnikzuHause)

Akku-Laufzeit

Dank des guten Displays kann man den Akku-Füllstand gut im Auge behalten

Wie bereits beschrieben, dauerte unser erster Versuch mit dem nicht voll geladenen Akku nur kurz. Nach dem Aufladen haben wir deshalb zunächst den Test mit der Stufe „Eco“ gemacht. Diese Stufe reicht für normalen Staub völlig aus. Bei gröberem Schmutz kommt der Neomaster aber hier schon mal an seine Grenzen, etwa wenn er ein ganz ausnahmsweise nicht sofort aufgehobenes Blatt des Ficus benjamini aufsaugen soll. Für echten Grobschmutz ist der Neomaster allerdings auch nicht gedacht.
Nach einer halben Stunde, inklusive zweier Leerungen des Behälters, war er bei 75 Prozent Restladung. Das spricht dafür, dass die in der Anleitung angegebene Laufzeit von 60 Minuten auf dieser Stufe erreicht wird. Erneut voll aufgeladen, saugen wir die nächste Runde auf der Stufe „Auto“. Um den Akku zu schonen und ihn nicht tiefzuentladen, beenden wir diesen Durchgang nach 25 Minuten bei 14 Prozent Restladung. Auch das entspricht ziemlich genau der Angabe in der Anleitung. Die Ladedauer beträgt laut technischen Daten 4 Stunden – bei uns war der Neomaster anschließend von 14 auf 100 Prozent in 2 Stunden und 15 Minuten aufgeladen, also in rund die Hälfte der angegebenen Zeit.

Fazit

Der Gorenje Neomaster ist wirklich vielseitig und saugt „normalen“ Schmutz problemlos ein. Mit der großen Motorbürste geht das auf allen Oberflächen von Teppich bis Fliese ohne Düsenwechsel oder Saugkraftumstellung. Er saugt Ränder und Ecken, lässt dank der LEDs auch dem letzten Staubkorn keine Chance und schont mit der Stoßkante Möbel und Türrahmen. Für Sondereinsätze wie Sofas oder Spinnweben bringt er seine kleineren Düsen mit. Die Tierhaarbürste ist ein Extra, das zusätzlichen Nutzen bringt. Der Auffangbehälter ist nicht sehr groß, aber zwischendurch mit einem Knopfdruck zum Öffnen der Klappe (über dem Mülleimer) schnell geleert. Die gründlichere Reinigung erledigt man dann nach dem Saugen. Dabei ist der Neomaster so durchdacht konzipiert, dass er sich ganz einfach auseinandernehmen und reinigen lässt. Im Ruhezustand kann er an der Wand hängen und nimmt dann wenig Platz weg. Gorenje Neomaster – eine klare Empfehlung!