ECOVACS DEEBOT T90S PRO OMNI im Test:
Kann dieser Saugroboter wirklich jede Ecke sauber machen?
Testredakteurin: Carolin Nevermann, 6. Okt. 2026, Fotos: Hersteller, Technikzuhause

ECOVACS legt nach: Mit dem DEEBOT T90S PRO OMNI kommt zur IFA 2026 die nächste Generation des beliebten Saug-Wischroboters. Mehr Saugleistung, gründlicheres Wischen bis in die Ecken und eine noch komfortablere Bedienung – der T90S PRO OMNI verspricht einiges. Doch wie gut schlägt sich der neue Saugroboter tatsächlich im Alltag? Wir haben ihn ausführlich getestet und zeigen, ob ECOVACS mit dem T90S PRO OMNI ein echtes Upgrade gelungen ist.

ECOVACS DEEBOT T90S PRO OMNI

Der DEEBOT T90S PRO OMNI wird einsatzfertig verkauft, sogar Reinigungslösung liegt dem Paket bei (Bild: TechnikzuHause)

Als Anfang der 2000er-Jahre Bodenreinigungsroboter für den Verbraucher auf den Markt kamen, klang das für viele immer noch wie Zukunftsmusik. Die ersten Modelle waren zwar ganz okay, haben aber einen normalen Staubsauger nicht ersetzt. Das hat sich schnell geändert. ECOVACS stieg 2007 mit dem ersten Modell in den Markt ein, dem DEEBOT 5. Mittlerweile gibt es vier verschiedene Bodenreiniger-Serien – von der Spitzenklasse bis hin zur „Mini Series“ für kleine Räume. Neuzugang in der T-Serie ist der DEEBOT T90S PRO OMNI. Sein OZMO ROLLER 3.0 hat eine extra lange Walze mit konstantem Druck, die den Wischmopp während des Wischens mit Frischwasser wäscht. Das soll dafür sorgen, dass der Boden direkt nach dem Wischen trocken ist und 67% weniger Wasserflecken bleiben. Dafür wurde auch die Drehzahl der Mopp-Rolle erhöht. Die TruEdge 3.0 Kantenreinigung hat eine Walze, die um 15 mm ausfährt und an den Kanten entlanggleitet, sodass der Schmutz auch aus Ecken und Winkeln geholt wird. Dabei hilft die AIVI 3D 4.0 Kantenverfolgung, die Hindernisse präzise erkennt und Kanten ohne Anstoßen reinigt. Für eine reibungslose Reinigung überwindet der DEEBOT T90S PRO OMNI mit seinen zwei 7,6 cm großen Antriebsrädern mühelos ebenerdige Hindernisse bis 2,4 cm Höhe, einschließlich Schwellen und Stufen. Auf Teppichen hebt sich der Mopp automatisch um 15 mm an und wird von einem Cover abgedeckt. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass sie trocken bleiben.

Dazu punktet das Gerät mit der BLAST Hurricane-Staubaufnahme, die mit 40.000 Pa Saugkraft und 16 L/s Luftvolumen mühelos große und kleine Partikel aufnimmt – damit hat der DEEBOT T90S 10.000 Pa mehr, als sein Vorgänger und soll damit sogar 100% der Haare aus Teppichen entfernen – perfekt für Tierbesitzer. Weiter Features: ZeroTangle 4.0 Anti-Verwicklung, eine Luftstrom-Anti-Verknotungs-Technologie – praktisch, weil sich kaum noch längere Haare in der Walze verfangen. Sein Geräuschpegel ist beim Saugen um 5 dBA leiser, bei der Staubabsaugung um 3 dBA leiser – so stört er selbst nachts kaum. Mit der PowerBoost Sofortladung erreicht sein 4000er-Akku 10 % Ladung in 3 Minuten – das soll ausreichen, um große Wohnungen in einem Durchgang zu reinigen. In der OMNI Basisstation werden Wischmopp und Schmutzwassertank automatisch mit 100 °C heißem Wasser gereinigt und anschließend mit 63 °C heißer Luft getrocknet. Dazu spült er die Bodenplatte nach dem Reinigungsvorgang selbstständig. Wie schon zuvor, ist auch hier Agent YIKO 2.0 mit fortschrittlicher KI im Einsatz. Sie (oder wahlweise auch er) reagiert auf Sprachbefehle, reinigt automatisch, erstellt Reinigungsprogramme, meidet Tierbereiche und fängt mit seiner Kamera Momente mit Haustieren ein. Hört sich alles gut und sinnvoll an? Wir prüfen, ob das tatsächlich so ist.

Ein tolles Paar:
Saugroboter und Basisstation

Ohne sie geht gar nichts: In der OMNI-Basisstation kann der T90 PRO OMNI Kraft tanken, wird mit Frischwasser und Reinigungsmittel versorgt. Während und nach dem Reinigungsvorgang nimmt die Station das Schmutzwasser auf, entleert den Staub am Roboter, reinigt und trocknet den Wischmopp. Letzteres ist wichtig, damit er nicht zu riechen beginnt. Auch die Station wird mit der neuen BIG Wave Technologie stets sauber gehalten. Dabei erzeugt eine 40 kPA-Hochdruckluftpumpe nach jedem Waschzyklus Wasserwellen, die angesammelte Verschmutzungen aus der Mopp-Waschwanne in die Ansaugöffnung spülen und dann in den Schmutzwassertank leiten. Bislang musste der angetrocknete Schmutz von Hand entfernt werden.

In der OMNI-Station wird der Mopp mit Frischwasser gereinigt und nach getaner Arbeit auch getrocknet (Bild: ECOVACS)
Hier offenbart die Basisstation ihre inneren Werte mit Staubsaugerbbeutel und Behälter für das Reinigungsmittel. Wasser und Schmutzwassertank verstecken sich darüber. Der Blick auf die Unterseite des Roboters zeigt Mopp, Seiten- und Hauptbürste (Bild: TechnikzuHause)

Der Roboter

Gegen die der BLAST-Technologie (Boosted Large-Airflow Suction Technology) mit 40.000 Pa haben Haare und auch feinere Partikel keine Chance (Bild: ECOVACS)

Wer flexibel eine Wohnung reinigen will, darf nicht zu groß sein. Mit rund 35 cm Durchmesser kommt der Roboter durch viele Stuhlbeine und Engpässe und mit 9,5 cm Höhe unter die meisten Betten, Schränke und Regale. Bei der Saugleistung hat er noch einmal aufgestockt: Im Gegensatz zum Vorjahresmodell hat der T 90S eine Saugkraft von 40.000 Pa bei einem Luftstrom von 16 l/s. Mit diesem BLAST soll er alle Oberflächen noch gründlicher reinigen. Mal schauen, was das für einen Unterschied macht. Bekannt ist schon die ZeroTangle 4.0-Luftstrom-Anti-Verknotungs-Technologie, die seitliche Luftkanäle nutzt, um Staub anzuziehen und jedes Haar ohne Verwicklungen zu erfassen. Die 27 cm breite Wischrolle reinigt den Boden mit 260 Umdrehungen pro Minute und 40.000 PA Anpressdruck. Dabei spült die 32-fache Druckwäsche die Mikrofaserrolle kontinuierlich und hinterlässt dabei knapp 70 Prozent weniger Wasser – so trocknen die Böden schneller und bleiben sauberer. Damit Teppiche beim Reinigungsprozess sauber und trocken bleiben, senkt sich eine neuartige Abdeckung über die Wischwalze, während sie um 15 mm angehoben wird. So wird jeder Kontakt zwischen Wischwalze und Teppichfasern verhindert. Zur Reinigung der Kanten fährt die Walze dank TrueEdge 3.0 Technologie seitlich über das Gehäuse hinaus aus und kommt so auch in die letzte Ecke oder in Spalten mit einer Tiefe von ein bis zwei Zentimetern.

Für saubere Ecken und Kanten fährt der T 90S seine seitliche Walze über die Gehäusebreite hinaus aus und reinigt so super-gründlich...
...seine großen Räder lassen den Roboter auch über bis zu 2,7 cm hohe Hindernisse klettern (Bilder: ECOVACS)

Der T90S muss lernen

Das Inbetriebnehmen des Reinigungshelfers ist einfach. Seine OMNI-Basisstation an eine gut zugängliche Wand mit starkem WLAN-Signal stellen, Frischwasser und Reinigungslösung in die jeweiligen Tanks füllen, Stecker rein – und los geht’s. Die flache Abdeckung des Roboters lüpfen, den Hauptschalter einschalten, den QR-Code daneben mit dem Handy scannen und App downloaden. Wer schon ein ECOVACS-Gerät über die App betreibt, kann sich den Schritt sparen. Dann den Anweisungen der App folgen und den DEBOT mit dem WLAN-Netz verbinden. Damit der Saug-Wischer arbeiten kann, muss der durch die Wohnung fahren, die Räumlichkeiten scannen und speichern. Mit der AIVI 3D 4.0-Technologie geht das wirklich schnell und ist erstaunlich genau.

Die Verbindung steht…
…nun möchte der T90S das Zuhause kartieren
AIVI 3D 4.0 bei der Arbeit...
… und mit fertigem Plan (@TechnikzuHause)

Mein neuer Putzmann

Eigentlich hasse ich Staubsaugen und Wischen. Kurz, Bodenpflege in einem ebenerdigen Haus mit Zugang zum Garten aus fast jedem Raum kann nerven, weil man immer etwas von draußen ins Haus trägt. Und wenn dann noch ein Hund Mitbewohner ist, wird es vor allem an regnerischen Tagen echt schwierig. Deshalb sind Saug-Wischroboter für mich eine echte Arbeitserleichterung – wenn sie funktionieren. Und das war nicht immer so. Ich kenne Geräte, denen sind Ecken egal, die fahren sich überall fest und verteilen beim Wischen den Schmutz fröhlich auf Fliesen oder Parkett. Nun bin ich gespannt, wie der DEEBOT T90S PRO OMNI sich bei mir schlägt. Das gute Stück ist mit Wasser versorgt, hat einen guten Schuss Reinigungslösung eingefüllt bekommen und ist aufgeladen. Also, los geht’s: Ich öffne das Gerät auf der App und starte im „Agent Mode“.  Der Roboter fährt los und beginnt mit der Reinigung. Ruhig zieht er seine Runden, saugt und wischt. Beim Saugen bin ich erstaunt, dass die 10.000 Pa Saugkraft doch eine Menge ausmachen: Der dunkelbraune Teppich (bitte keine Kommentare – das war mal schön) ist nach maximal zwei Sauggängen wirklich sauber. Also so richtig sauber. Ich möchte fast sagen: makellos. Und das will was heißen. Er ist nämlich alt und gibt Flusen nicht gern wieder her. Beim Saugen verändert er seine Saugstärke bei Läufern und meldet mir auch, dass er einen Teppich entdeckt hat und fragt, wie er gereinigt werden soll. 

Teppiche erkennt er, sodass man eine individuelle Reinigungsstrategie eingeben kann
Die Bezeichnung auf der Karte lässt sich ändern, sodass man Yiko schneller einfach Kommandos geben kann
Es lassen sich individuelle oder…
… vorgefertigte, benutzerdefinierte Reinigungsszenarien festlegen (@TechnikzuHause)
Mehl und Milch machen dem Roboter keine Probleme (@TechnikzuHause)

Zwischendurch fährt er immer wieder zur OMNI-Station zurück, um den Staubbeutel zu leeren (das ist immer noch etwas lauter) und um die Wischwalze zu reinigen. Beim Wischen merkt man, dass der Boden ganz schnell wieder trocken ist. Das gefällt mir gut, weil ich dann keine Hundepfotenabdrücke auf den Fliesen habe. Nach rund drei Stunden ist der DEBOT T90S PRO OMNI fertig und mein neuer Freund. Er reinigt den Boden bis in die Ecken und ist dabei erstaunlich leise. Danach ändere ich erstmal die Bezeichnungen der Räume: Aus „Raum 4“ wird jetzt das Wohnzimmer und so weiter. 

Dann verändere ich die Einstellungen vom Agent Yiko. Er spricht jetzt Deutsch und ist ein Mann, schließlich ist er ja ab sofort mein Putzmann. Währenddessen wird der Roboter in der OMNI-Station gereinigt. Das hört man ein wenig, stört aber nicht. So, nun kommt Agent YIKO zum Einsatz. Ich habe ein wenig extra Schmutz auf dem braunen Teppich und den Fliesen verteilt. Mal sehen, wie er damit klarkommt. Also: YIKO, übernehmen Sie. Ich sage: „Okay Yiko“, er antwortet: „Ich bin hier“ und dann bekommt er mein Kommando: „Reinige die Küche.“ Sofort fährt er los und tut, was ich ihm gesagt habe: Er saugt das Mehl weg und wischt die Milch auf. Klasse! Das wiederholen wir beim Teppich und auch da tut er, was ich will. 

Klar, muss man das eine oder andere Möbel so verschieben, dass er durchkommt, aber dafür muss ich nicht selbst saugen und wischen. Kleine Hindernisse an den Türen oder der Dusche überwindet er clever und versucht, so lange herüberzukommen, bis er es geschafft hat. Im Testzeitraum ist er nicht einmal hängengeblieben. Die Wartung ist relativ einfach, weil man über die App eigentlich immer Nachricht bekommt, wenn etwas fehlt oder getan werden muss. Das Selbstreinigen der Station ist eine sinnvolle Sache, allerdings benötigt das Gerät dafür mehr Wasser und man muss es öfter nachfüllen als sonst. Anfangs wusste ich das nicht und so bekam ich die Meldung, ob ich den „wasserlosen Reinigungsmodus“ aktivieren möchte. Dieses Kommando konnte ich über die App vom Supermarkt aus geben und so wurde die Wischpad-Wäsche übersprungen. Mittlerweile habe ich Zeitpläne für die Reinigung aufgestellt. Dabei lässt sich festlegen, wann was wie gereinigt werden soll. Das lässt sich von Hand eingeben, aber es gibt auch Szenarien für typische Reinigungssituationen.

Der T90S PRO OMNI reinigt bei Dunkelheit mit eigener Beleuchtung (@TechnikzuHause)

Fazit

Möchte ich noch einmal ohne Saug-Wischroboter leben? Nein, bestimmt nicht. Da wäre der neue ECOVACS DEEBOT T90S PRO OMNI für mich bestimmt erste Wahl. Er tut, was er soll: schnell, unaufdringlich, leise und sogar noch etwas gründlicher als sein Vorgänger T90. Da er bei mir jeden zweiten Tag wischt, sind die Fliesen immer sauber. Und wenn es regnet und der Hund Matsch hereinbringt, bekommt Yiko von mir die Info, wo der DEBOT reinigen soll. Sehr praktisch und sehr einfach. Die Wartung ist simpel: Wie oben erwähnt öfter mal Wasser nachfüllen und natürlich den Schmutzwasserbehälter entleeren. Den schrubbe ich auch ab und an mit der Bürste sauber. Ansonsten reinigt die OMNI-Station sich selbst und tut alles dafür, dass es nicht mufft. Es gibt sogar eine Staubbehältertrocknung, damit er geruchsfrei bleibt. Im Dunklen macht der Kleine Licht an und saugt so weiter, ohne etwas zu übersehen. Sehr schlau. Da wurde wirklich an viel gedacht, was das Leben leichter macht...und es wird immer sauberer. Ich glaube: Aus Agent Yiko bzw. seinem Roboter und mir kann noch was werden!