Fensterputzroboter Ecovacs Winbot W2S Pro Omni im Test: Gründlich, ausdauernd, leise
Testredakteur: Thomas Johannsen, 16. September 2026, Fotos: Technikzuhause, Hersteller

Der Winbot W2S Pro Omni bringt reichlich Komfort in eine so ungeliebte Tätigkeit, wie das Putzen großer Fensterscheiben und anderer Glasflächen. Er ist beim Fensterputzen nicht nur sehr gründlich, sondern auch besonders leise und der große Tank muss nur selten nachgefüllt werden, wie wir bei einem ausführlichen Test feststellen konnten.

Spezialeinsatz

Ein sauberes Team: Der Winbot W2S Pro Omni und seine Station
Für den einfachen Transport zum Einsatzgebiet wird der Roboter kurzerhand in der Station befestigt

Der Winbot W2S Pro Omni liegt standardmäßig bei knapp 600 Euro. Zum Lieferumfang gehört dann neben der 230-Milliliter-Flache Reinigungsflüssigkeit ein zweites Wischpad. Wer mehr Glasfläche quasi in einem Rutsch putzen möchte kann für 50 Euro Aufpreis direkt das Care Kit mitbestellen, dabei handelt es sich um ein Set von acht Wischpads. Diese lassen sich sich dann schnell nacheinander auswechseln, ohne dass man eines zwischendurch reinigen muss. Das kann man dann nach getaner Arbeit in einem Rutsch erledigen, die Mikrofaser-Pads kann man nämlich einfach in der Maschine waschen.

Die Steuerleitung zwischen Station und Roboter ist mit gut fünf Metern so lang, dass er problemlos auch Fensterfronten von bis zu acht Metern Breite und zweieinhalb Metern Höhe abdecken kann. Nach unten begrenzt lediglich die Größe des Roboters den Aktionsradius, die einzelne Scheibe sollte also mindestens eine Grundfläche von 30 x 40 cm haben, sonst wird es zu eng. Auch sonst ist der Roboter Dank schlau angebrachter Sensoren für viele Eventualitäten gerüstet; so benötigt er keinen Rahmen als Begrenzung, sondern erkennt selbst bei rahmenlosen Fenstern oder Glastüren wo der Rand und somit Schluss ist. Die Ansaugung funktioniert sogar an Kippfenstern bis zu einer Neigung von 45 Grad problemlos, sodass der Roboter selbst hier Halt findet und auch quasi über Kopf putzen kann. Damit der Roboter sich festsaugen kann, selbst wenn der Akku zur Neige geht, stellt er seine Arbeit ein, solange noch genug Kapazität für 30 Minuten Festhalten im Akku steckt. Ein lautstarker Alarm und eine Benachrichtigung in der App sorgen in diesem Falle für die notwendige Aufmerksamkeit. Das Sicherungsseil sorgt für zusätzlichen Halt, sollte der Roboter einmal aus größerer Höhe abstürzen, etwa von der Außenscheibe im ersten Stock. Dann wird der Roboter vom Steuerkabel an der Station gehalten, und diese wiederum vom Sicherungsseil, was man natürlich vor solchen Einsätzen sicher befestigen sollte.

Dank des internen Akkus kann der Winbot W2S Pro Omni auch Außenscheiben putzen, ohne dass zwangsläufig eine Steckdose in der Nähe sein muss

Sofort startklar

Nach stundenlanger Arbeit waren die Handwerker fertig, natürlich nicht ohne aufzuräumen und den gröbsten Schmutz zu beseitigen. Die Fensterscheiben waren allerdings auch danach von einer feinen Staubschicht bedeckt, sodass der Winbot W2S Pro Omni für einen ausführlichen Test gerade zur rechten Zeit kam.

Dank der Unabhängigkeit von der Steckdose kann man den Winbot W2S Pro Omni auch direkt im Außenbereich platzieren
Oben auf der Station befinden sich die wichtigsten Bedientasten, zum Ein- und Ausschalten, zum Starten, sowie zum Aufrollen der Steuerleitung

Da eine Flasche mit Reinigungsflüssigkeit und sogar ein zweites Wischpad zum Lieferumfang gehören, ist der Winbot W2S Pro Omni quasi sofort startklar, man muss lediglich den Akku vorher aufladen, zumindest wenn man direkt ohne Steckdose loslegen muss. Das ist bei uns zwar nicht der Fall, dennoch sind wir natürlich auf die Standzeit des eingebauten Akkus gespannt. Vor dem Putzen muss auch der Tank gefüllt werden, die passwende Reinigungsflüssigkeit liegt ja ohnehin schon bei. Die Flasche reicht, um den Tank zweimal zu füllen, der im Vergleich zum Vorgänger noch mal größer geworden ist: Aus den 80 Milliliter des W2S sind beim W2S Pro nunmehr 120 Milliliter geworden, die haben bei uns für knapp 30 Quadratmeter Glasfläche im gründlichen Modus gereicht. Zumindest eines der Reinigungspads soll einmal gut nass gemacht, anschließend ausgewrungen und unter den Roboter geklettet werden, erst jetzt ist das Pad aus Mikrofasern aufnahmefähig. Zwar kann man schon jetzt loslegen, sofern man sich mit der rudimentären Bedienung über die drei Tasten auf der Station zufriedengibt, die Ecovacs Home App bietet allerdings erheblich mehr Komfort, angefangen bei der Spracheinstellung der Meldungen.

Alles beisammen – hinter der Klappe steckt das Netzkabel, das zweite Wischpad sowie die Sicherungsleine
Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Roboter für den Transport untergebracht
Nimmt man den Roboter heraus, findet man auch das Fläschchen mit der Reinigungsflüssigkeit, das zum Lieferumfang gehört

Steuerung per App

Wir laden uns also die App herunter, wobei wir nicht verschweigen wollen, dass diese zwar kostenlos zur Verfügung steht, man sich jedoch bei Ecovacs anmelden muss. Der Hintergrund wird sogleich klar; einmal gibt es etwas mehr Sicherheit vor Fremdzugriffen, schließlich lassen sich auch andere Geräte von Ecovacs über dieselbe App steuern, und außerdem kann man über die App Zubehör, wie Pads und Reinigungsflüssigkeit nachbestellen, darüber hinaus bekommt man eben auch Angebote anderer Produkte des Herstellers ins Postfach geliefert.

Die Verbindung zwischen Smartphone und Winbot W2S Pro Omni erfolgt per Bluetooth, was im Normalfall auch problemlos funktioniert. Falls nicht, gibt es erst einige Lösungsvorschläge, bis hin zum direkten Kontakt mit dem Support. In unserem Falle kommt die Verbindung erst zustande, als wir die App, die wir schon für mehrere andere Ger4äte von Ecovacs auf dem Handy installiert hatten, einmal löschen und anschließend wieder komplett neu installieren. Von da an läuft alles stabil und reibungslos.

Standardmäßig wird der Roboter in der App nach seiner Typenbezeichnung benannt, man kann ich jedoch auch umbenennen, was für mehr Überblick sorgt, wenn man über mehrere Geräte von Ecovacs verfügt
Erste Amtshandlung sollte die Wahl der gewünschten Sprache sein, in welcher die Meldungen erfolgen
Anschließend kann man sich einen Überblick über die vorhandenen Modi verschaffen, und wie man diese am besten einsetzt

Der Roboter nebst Station wird erkannt und in die App integriert. Dabei hat man die Möglichkeit, dem Gerät einen Namen zu geben, der von der Typenbezeichnung abweicht, die automatisch eingesetzt wird. Anschließend gibt es eine kurze Anleitung, wie der Winbot in Betrieb genommen wird und schließlich werden die vorhandenen Reinigungsmodi kurz aber prägnant erklärt. Aus den insgesamt sieben Modi können wir dann den gewünschten auswählen, um mit dem Putzen zu beginnen. Ist eine Scheibe fertig, bekommen wir umgehend eine Nachricht aufs Handy, dasselbe geschieht, wenn es Zeit wird, das Pad zu reinigen beziehungsweise zu wechseln, oder die Reinigungsflüssigkeit aufzufüllen.

Der Winbot W2S Pro Omni bietet insgesamt sieben Modi an, rechnet man den Modus mit, in wer das Smartphone quasi als Fernbedienung fungiert
Für fast jeden Fall gibt es einen eigenen Modus, die im Einzelnen nochmal kurz erläutert werden
Setzt man das Smartphone als Fernbedienung ein, ist natürlich die aktuelle Perspektive wichtig
Eine kurze Information erklärt den Einsatz des sogenannten D-Pads in der App
Nun kann man gezielt Regionen auf der Scheibe anfahren und ebenso gezielt die Reinigungsflüssigkeit versprühen
Sobald der Roboter mit der aktuellen Scheibe fertig ist, gibt es einen Hinweis in der App und zugleich Reinigungshinweise für den Roboter selbst

Starker Einsatz

Die Reinigungsflüssigkeit kann direkt in den Tank des Roboters gefüllt werden, maximal passen nunmehr 120 Milliliter rein
Der Tank ist transparent, man sieht also direkt den aktuellen Flüssigkeitsstand

Nach dem Start des Reinigungs-Modus werden wir gebeten, den Roboter auf die Scheibe zu setzen und die Starttaste zu drücken. Sogleich saugt sich der Roboter fest und startet den Putzvorgang, indem er die Scheibe in gleichmäßigen Bahnen randgenau abzufahren. Punktgenau landet der Roboter zum Schluss in der Ausgangsposition und meldet, dass diese Scheibe fertig gereinigt ist. Dank der vier TruEdge-Bürsten, die an den Ecken des Roboters rotieren, gelangt er bis an die Kanten des Fensters, Die ecken fährt er gleich mehrfach und aus unterschiedlichen Richtungen an, sodass man in den meisten Fällen nicht nacharbeiten muss. Und wenn doch, beziehungsweise, wenn sich irgendwo auf der Glasoberfläche ei besonders hartnäckiger Fleck breitgemacht hat, kann man diesen entweder mit dem Punktreinigungs-Modus oder aber gleich per App-Fernbedienung direkt ansteuern und ihm den Garaus machen. Der volle Akku reichte in unserem Test für knapp zwei Stunden, wobei er seine Arbeit sicherheitshalber bei 20 % Restkapazität einstellt, weil er diesen Rest benötigt, um sich für 30 Minuten an der Scheibe zu halten, natürlich nicht, ohne den entsprechenden Alarm rauszugeben, sowohl akustisch als auch in der App. Unabhängig vom Alarm verhält sich der W2S Pro Omni bei der Arbeit ausgesprochen leise; er ist mit 66 dB sogar noch leiser als der W2S Omni ohne Pro. Ermöglicht wird das durch einige Maßnahmen, die der Hersteller zur Ruhigstellung ergriffen hat, darunter auch eine zusätzliche stoffartige Beschichtung von Roboter und Station, die sich nicht nur schalldämmend auswirkt, sondern dem Roboter darüber hinaus ein weniger technisches Outfit verleiht.

Ist der Tank aufgefüllt und das Wischpad angefeuchtet kann der Roboter mit der Arbeit beginnen
Selbst während der Reinigung hat man stets einen Blick auf den Tank und dessen Füllstand
Der Blick von unten offenbart nicht nur das Wischpad, sondern auch die vier rotierenden TruEdge-Bürsten, die besonders an den Kanten und in den Ecken ganze Arbeit leisten

Nach getaner Arbeit wird das Wischpad abgenommen, um es gründlich zu reinigen und trocknen zu lassen. Die vier TruEdge-Bürsten lassen sich ebenfalls zum Reinige abnehmen, anschließend kann der Roboter in die Station gestellt, das Steuerkabel aufgerollt werden und die Station zum Laden des Akkus an die Steckdose angeschlossen werden. Beim nächsten Putzeinsatz ist der Winbot W2S Pro Omni dann wieder komplett einsatzbereit.

Fazit

Der Winbot W2S Pro Omni von Ecovacs putzt sehr gründlich, wobei er selbst schwierige Passagen souverän meistert. Er arbeitet dabei weitgehend eigenständig und zudem recht leise. Die Bedienung erfolgt wahlweise intuitiv an der Station, oder komfortabel über die App, die zudem viele Tipps und Hilfestellungen parat hat.