Gastroback Design Espresso Advanced Barista
Siebträger-Espressomaschine mit Mahlwerk im Test
Testredakteurin: Claudia Wagner, 22.12.2021, Fotos: Hersteller und Technikzuhause

Mit der Gastroback Design Espresso Advanced Barista hat sich Technik zu Hause einen echten Kaffee-Spezialisten mit Siebträger und integriertem Mahlwerk zum Test in die Redaktion geholt. Wie sich die Maschine im täglichen Einsatz macht, haben wir ausführlich geprüft.

Coffee Baby

Das schnellaufheizende Thermo-Heizblock-System und die ULKA-Espressopumpe mit 15 bar sorgen für ordentlich Power

Für die Zubereitung von Kaffeespezialitäten gibt es wahrlich viele Methoden, die sich nicht nur durch diverse Brühverfahren, sondern auch durch handwerklichen Einsatz und Zeitaufwand unterscheiden. Während die einen diesen Vorgang gerne ausgiebig zelebrieren, setzen die anderen auf die simple Methode und wollen mit nur einem Knopfdruck schnell zum Ergebnis kommen. Für all jene, die ihren Kaffee gerne aktiv anfertigen und gleichzeitig unkompliziert ans Ziel gelangen möchten, bieten sich moderne Siebträger-Espressomaschinen an, die im Handumdrehen aufgeheizt sind und zusätzliche Fähigkeiten mitbringen.

 

Ausstattung und Funktionen - Ein ordentliches Pfund

Dass es sich bei der Gastroback Design Espresso Advanced Barista nicht gerade um ein Einsteigergerät, sondern ein Modell für fortgeschrittene Barista-Spezialtiäten handelt, kann man schon am Namen erkennen.  Dementsprechend bringt die Maschine ein ordentliches Pfund an Ausstattung und Funktionen mit. Vereint in einem Gehäuse, befinden sich praktisch vier Geräte: Siebträger-Espressomaschine, Kaffeemühle, Milchaufschäumer und Heißwasser-Bereiter. Das integrierte Thermo-Heizblock-System sorgt dafür, dass die Maschine in weniger als zwei Minuten einsatzbereit ist. Zur Ausstattung gehören außerdem eine ULKA-Espressopumpe mit einer Leistung von 15 bar, ein Manometer, um den Brühdruck während der Extraktion im Auge zu behalten, eine Vorbrühfunktion zum Befeuchten des Kaffeemehls, eine Heißwasser-Funktion, mit der man Spezialitäten wie Caffé Lungo, Caffé Americano oder auch Tee zubereiten kann. Der abnehmbare Wassertank (mit Deckel) hat ein Fassungsvermögen von maximal 2,35 Litern und sollte mit dem mitgelieferten Filter ausgerüstet werden, um Verunreinigungen (wie beispielsweise Kalkpartikel) aus dem Leitungswasser zu filtern. Die integrierte Kaffeemühle verfügt über elf Mahlgradeinstellungen. Die voreingestellte Kaffeepulvermenge sowie die Wassermenge pro Tasse kann man individuell anpassen. Im zugehörigen Bohnenbehälter ist Platz für maximal 220 Gramm Kaffeebohnen. Das entspricht ungefähr 30 Espresso-Shots. Die 360° schwenkbare Düse dient zum Aufschäumen der Milch oder zur Entnahme von heißem Wasser und ist zur Sicherheit mit einer gummierten Schlaufe versehen. Außerdem beinhaltet die Advanced Barista eine beheizte Warmhalteplatte für sechs Espressotassen, eine Tropfauffangschale, einen Überhitzungsschutz und eine automatische Abschaltfunktion nach 30 Minuten. Und auch beim Zubehör hat Gastroback richtig in die vollen gegriffen. Zur Advanced Barista gehören jeweils ein Einwand- und ein Doppelwandfiltereinsatz für ein und zwei Tassen, ein Filtereinsatz für E.S.E.-Pads, ein Milchschaumkännchen, ein Messlöffel mit Espresso-Tamper, ein sehr wertiger schwerer Profitamper, Reinigungswerkzeug, ein Wasserfilter und eine umfangreiche Bedienungsanleitung.

Die Warmhalteplatte bietet Platz für 6 Espressotassen
Umfangreiches Zubehör macht das Rund-um-Sorglos-Paket komplett

Design und Verarbeitung - Hübsches Schätzchen

Kompakt, hübsch und vielseitig. Die Gastroback Design Espresso Advanced Barista sorgt für himmlische Kaffeemomente

Trotz der opulenten Ausstattung handelt es sich bei der Advanced Barista um ein ausgesprochen kompaktes Gerät. Mit Stellmaßen von circa 288 mm x 305 mm x 395 mm (B x T x H) findet die tadellos verarbeitete Siebträger-Espressomaschine in jeder (Kaffee-) Küche ihren Platz. Was das Design betrifft, kann man ganz klar die Handschrift von Gastroback erkennen. Abgerundete Kanten verleihen dem Gerät eine weiche Form, die nicht nur dem Auge schmeichelt, sondern auch im Handling angenehm ist. Gebürsteter Edelstahl und Kunststoff in matter Edelstahloptik hinterlassen einen gepflegten und zeitlosen Eindruck.  Damit das hübsche Schätzchen (mit einem Gewicht von rund 8,3 kg) schön stabil an Ort und Stelle bleibt, ist es mit vier gummierten, rutschfesten Füßen ausgestattet.

Bedienung - Mit wenigen Handgriffen zum Wunschkaffee

Das bebilderte Bedienfeld verfügt über vier Tasten. ON/OFF, einfacher Espresso, doppelter Espresso und Kaffee mahlen. Hier kann man nichts falsch verstehen, jede Taste erklärt sich von selbst. Direkt rechts daneben befindet sich das Manometer. So hat man den Druck, während des Extraktionsvorgangs, immer im Blick. Um den gewünschten Mahlgrad der Kaffeebohnen einzustellen, bedient man das Stellrad rechts außen an der Gastroback (1 = sehr fein, 11 = eher grob). Wer heißes Wasser entnehmen oder Milch aufschäumen möchte, nimmt mit dem Drehregler links außen die passende Einstellung vor. Auch hier arbeitet Gastroback mit Symbolen, das macht die Sache schön einfach. Den Edelstahl-Siebträger, der über zwei Auslässe verfügt, braucht man nur am Brühkopf einsetzen und mit einer viertel Drehung von links nach rechts fixieren. Der Mahlwerkauslass der Kaffeemühle ist mit einer Maske ausgestattet, in die man den Siebträger einklinken kann, um das Kaffeemehl aufzufangen. Wer die Mühle unabhängig von der Espressomaschine nutzen möchte, stellt einfach ein ausreichend großes Gefäß unter den Mahlwerksaulass. Das Handling der Dampf-/Heißwasserlanze ist dank der gummierten Schlaufe einfach und sicher zu bewerkstelligen. Oberhalb des Brühkopfes befinden sich zudem eine Heißwasser-/Dampf-Kontrollleuchte und eine Entkalkungsanzeige.

Das Bedienfeld erklärt sich praktisch von selbst. Mit dem Manometer hat man immer den Druck während der Extraktion im Blick
Mit dem Drehregler kann man ganz bequem die Einstellung für heißes Wasser oder Wasserdampf vornehmen
Damit das Kaffeemehl direkt ins Sieb rieseln kann, ist die Maschine mit einer Siebträger-Maske ausgestattet

In der Praxis

Wie für Küchengeräte, die man das erste Mal verwendet, üblich muss man die einzelnen Teile, wie Siebträger, Siebeinsätze, Milchkännchen und Wassertank vor dem ersten Einsatz reinigen. Diesen Vorgang erledigt man am besten mit einem sanften Spülmittel und einem weichen Küchenschwamm oder -tuch und spült alles gut nach. Der Wassertank lässt sich bequem nach oben wegheben und den Deckel öffnet man mit einer Hebe-Kippbewegung. Nach der Reinigung platziert man den Filter an vorgesehener Stelle, was etwas diffizil ist, da der Wassertank eher schmal ausfällt.

Der mitgelieferte Filter bereitet das Wasser für optimalen Kaffeegenuss vor
Der Filter kann circa 2 Monate im Tank verbleiben, bis er ausgetauscht werden muss
Im Bohnentrichter ist Platz für maximal 220 g Kaffeebohnen

Für den ersten Espresso-Genuss geben wir circa 2 Liter Wasser in den Tank und befüllen den Trichter der Kaffeemühle mit Bohnen (in unserem Fall 70% Arabica und 30 % Robusta). Sobald die Advanced Barista mit dem Stromnetz verbunden ist, erhalten wir ein akustisches Signal und der LED-Ring der ON-/OFF-Taste leuchtet kurz auf. Letztere betätigen wir, um den Betrieb zu starten. Erneut erhalten wir ein akustisches Signal. Dieses Mal blinkt der LED-Ring kontinuierlich und der Aufheizvorgang beginnt. Dank des Thermo-Blockheizsystems soll das binnen knapp zwei Minuten erledigt sein. Ist die Aufheizphase beendet, leuchten die LED-Ringe an allen Tasten konstant. Wir stoppen die Zeit und kommen auf 1 Minute und 42 Sekunden. Da können selbst ungeduldige Kaffee-Fans nicht meckern. Während des Aufheizvorgangs führt die Espressomaschine selbständig einen Spülvorgang durch. Wer vergessen hat, eine Tasse unter der Brühgruppe zu platzieren – kein Problem – die Auffangschale bietet genügend Platz, um ein Malheur zu verhindern. Damit alle Leitungen gründlich gespült werden, machen wir einen Leerbezug. D.h. wir setzen den Siebträger, mit gewünschtem Sieb, und ohne Kaffeemehl (!!!) ein und betätigen die Taste für einfachen Espresso. Unter der Dampflanze platzieren wir das Milchkännchen und spülen sie einmal kräftig durch.

Heaven can wait
himmlischer Kaffee und (Mandel-) Milch-Schaum

Perfekte Crema und perfekter Schaum - so muss ein Cappuccino aussehen

Für die Zubereitung von Espresso und Co. kann man bei der Gastroback natürlich auch vorgemahlenes Kaffeemehl oder E.S.E.-Pads verwenden. Aber es geht doch nichts, über frisch gemahlene Bohnen aus der integrierten Mühle. Der Siebträger lässt sich sehr einfach in der Maske des Pulverauslasses platzieren und auch die Einstellung des Mahlgrades geht leicht von der Hand. Gastroback empfiehlt für Espresso den Mahlgrad 3. Mit einem Druck auf die entsprechende Taste starten wir den Mahlvorgang für einen Single-Espresso. Der Geräuschpegel der Kaffeemühle ist vollkommen in Ordnung und dauert auch nur wenige Sekunden. Die Werkseinstellung soll für einen Single-Shot 7 g betragen. Wir wiegen das Kaffeemehl und kommen auf 6,8 Gramm. Das ist ein sehr guter Schnitt. Wer die Einstellung individuell anpassen möchte, kann das ganz einfach tun. Dafür muss man nur die Mahltaste gedrückt halten, bis sich die gewünschte Kaffeepulvermenge im Sieb befindet. Löst man den Druck von der Taste, speichert die Gastroback den Vorgang automatisch ab. Kleiner Tipp: Man sollte nur so viel Kaffee ins Sieb geben, dass sich ein kleines Häufchen bildet. Anschließend drückt man das Espressopulver leicht mit dem Tamper (Presswerkzeug), der sehr wertig ist, nach unten. Ein gleichmäßiger Abstand von 2 mm bis 3 mm zwischen gepresstem Pulver und oberer Kante des Siebträgereinsatzes sind ideal. Überschüssige Kaffeekrümel kann man mit der Hand entfernen und setzt dann den Siebträger ein, dreht ihn um 90 Grad, bis der Griff zur arbeitenden Person gerichtet ist.

Mit einem Druck auf die Single-Espresso-Taste startet die Extraktion. Der Espresso fließt gleichmäßig durch beide Ausläufe am Siebträger und bildet in der Tasse eine feine Crema! Das spricht dafür, dass die Kaffeemühle die Bohnen homogen vermahlen hat und wir die passende Mahlgradeinstellung vorgenommen haben. Das gefällt uns sehr gut! Die Espressomaschine verfügt - genauso wie die Kaffeemühle - über eine vorprogrammierte Werkseinstellung. Für einen einfachen Espresso sind ungefähr 30 ml und für einen doppelten Espresso rund 66 ml Kaffeevolumen festgelegt. Ist das Volumen erreicht beendet die Maschine automatisch den Brühvorgang. Mit ein paar Handgriffen und den gut geschilderten Anweisungen in der Bedienungsanleitung kann man das Kaffeevolumen individuell programmieren. Zudem hat man die Möglichkeit die Extraktion manuell zu starten oder zu beenden.

Mit den Tasten lässt sich auch das Kaffeevolumen individuell programmieren
Der exakte Druck während der Extraktion des Espresso´s ist wichtig, um köstliche Ergebnisse zu erzielen

So verwendet man die Milchschaumdüse

Für die Zubereitung von Milchschaum oder zur Entnahme von heißem Wasser für Caffé Lungo, Caffé Americano oder Tee leistet die Milchschaumdüse hervorragende Arbeit. Sie lässt sich sehr gut in alle Richtungen bewegen und die gummierte Isolierung schützt die Finger vor Hitze. Die gewünschte Einstellung (heißes Wasser oder Dampf) kann man über den Drehregler einfach vornehmen.

Um einen Traum von Schaum zu bekommen, muss man das Kännchen etwas schräg halten und sowohl kreisende als auch Bewegungen von oben nach unten durchführen. Die Ergebnisse sind richtig toll! Sowohl Kuhmilch, als auch Mandelmilch lassen sich mit der Dampflanze prima aufschäumen.

Die Milchschaumdüse lässt sich dank der gummierten Isolierung sicher bewegen
Wer lieber zu Milchalternativen greift...auch Mandelmilch wird mit der Milchdüse schön cremig

Reinigung

Eine regelmäßige Reinigung der Maschine ist obligatorisch. Das Gehäuse und die einzelnen Teile lassen sich einfach mit Spülmittel und Schwamm saubermachen. Bei den Siebeinsätzen sollte man wirklich sorgfältig arbeiten, damit die Poren durch das feine Kaffeemehl nicht verkleben. Die Dampflanze spült man am besten direkt nach dem Einsatz ordentlich durch und reinigt das Äußere, wenn sie etwas abgekühlt ist. Für optimale Hygiene, lässt sich die Spitze der Düse abschrauben und durchspülen. Damit der Kaffeegenuss immer perfekt ist, sollte man (laut Hersteller) die Maschine alle 2 – 6 Wochen entkalken. Wer diesen Zeitrahmen übersieht bekommt durch die Entkalkungsanzeige einen Hinweis.

Fazit

Die Gastroback Siebträger-Espressomaschine Design Espresso Advanced Barista überzeugt mit Vielseitigkeit, einfacher Bedienung und hübschem Design und vor allem mit einen leckeren Espresso! Die kompakte Maschine ist in weniger als zwei Minuten einsatzbereit für das Vermahlen von Bohnen, die Zubereitung unterschiedlichster Kaffeekreationen, das Aufschäumen von (Mandel-) Milch oder die Entnahme von heißem Wasser. Sowohl Kaffeepulver, Kaffeebohnen als auch E.S.E.-Pads lassen sich im Handumdrehen in himmlische Kaffeespezialitäten verwandeln. Mit jeder Menge Zubehör und einer sehr guten Bedienungsanleitung, ist die Gastroback Design Espresso Advanced Barista ein komfortabler Begleiter und heiße Empfehlung für Liebhaber schöne Kaffeemomente.