Heißes Blechle
Mobiler Holzkohlegrill Fennek 2.0 im Praxistest
Test-Redakteur: Florian Weidhase 15.10.2021, Fotos: Technikzuhause, Fennek

Ich grille. Oft, gerne und manchmal sogar für Geld. Deswegen interessiert mich bei Ferienwohnungen stets, ob es einen Grill gibt. Ernüchternde Erfahrungen mit dem beim Ankunft vorgefunden Grillsportgerät sollten anno 2021 der Vergangenheit angehören. Ein Reisegrill muss her! Kompakt soll er sein, aber vielseitig. Lesen Sie, warum es der Fennek 2.0 geworden ist und ob ich mit meiner Wahl zufrieden bin. Es gibt viele Reisegrills, die meisten davon sind aber hauptsächlich klein und oft nur bedingt portabel. Als bekennender Holzkohle- und Holzverbrenner habe ich um die ganze Gas-Abteilung einen weiten Bogen gemacht und stand im Grillfachmarkt meines Vertrauens vor dem Fennek 2.0.

Heavy Metal flach verpackt

Alle Teile sind extrem sauber gelasert, hier finden sich keine scharfen Kanten

Bevor man die Konstruktion nach dem zweiten Aufbau verinnerlicht hat, wähnt man sich beim ersten Anblick der entpackten, mit jenseits von 6 Kilogramm Gewicht erfreulich schweren Teile vor einem Edelstahl-Puzzle. Die absolut sauber gelaserten Stahlteile gleiten nahezu widerstandslos ineinander und selbst ohne Übung ist der Grill in unter fünf Minuten aufgebaut. Jetzt erschließt sich auch das pfiffige Design.

Durchdachtes Design

Man merkt, dass es nicht der erste Grill aus dem Hause Fennek ist. Es macht einfach Spaß, die pfiffigen Details zu entdecken. Mein Highlight ist der Flaschenöffnergrillzangenrostheberundschaber … Sie lesen richtig. Mit den beiden Griffen lässt sich der Grillrost von Ebene zu Ebene verstellen, ineinander gesteckt fügen sich beide Teile zu einer erfreulich gut handzuhabenden Grillzange. Eine Kerbe dient zum Öffnen von bekronkorkten Flaschen und die flache Seite eignet sich zur Reinigung des Rostes. Brillant!

Feuer frei!

Zwei, drei Biogrillanzünder (Typ Wollmaus …) werden ganz unten im Grill entfacht, darauf kommt der Kohlenrost. Ideal funktioniert der Fennek 2.0 mit guten Holzkohlebriketts, bieten diese durch ihre feste Form doch stets genug Luftzug. So braucht man keinen Anzündkamin, nach circa 20 Minuten sind die Briketts durchgeglüht und der Grillspaß kann beginnen. Naturgemäß eignen sich für einen Grill mit direkter Hitze die Klassiker des Flachgrillens wie Bauchfleisch, dünne Steaks und Bratwurst. Und das funktioniert ganz hervorragend. Spielkinder wie ich brauchen aber noch das Zubehör …

Schritt 1: Bio-Grillanzünder unten in den Grill legen und anzünden
Schritt 2: Kohlenrost auflegen und warten, bis alle Anzünder voll entflammt sind
Schritt 3: eine flache Schicht Briketts auflegen
Schritt 4: in circa 20 Minuten sind die Briketts komplett mit Asche bedeckt und der Grill somit einsatzbereit

Mehr Vielfalt mit Zubehör

Der Spießhalter bringt Abwechslung in den Grillalltag

Wer die Abwechslung liebt, findet mit Plancha und Grillspießhalter-Set zwei hochwertige Erweiterungen. Auf der 3mm starken und über 2 Kilogramm schweren Plancha lassen sich prima Spiegeleier, Speck, Burger und mehr zubereiten. Mein Liebling ist jedoch das Grillspießhalter-Set. Die Halterung funktioniert analog zu Plancha und Grillrost, lässt sich also in drei Positionen näher oder eben weiter entfernt von den Kohlen einhängen. Wie der Name schon sagt, hält der Rahmen die Spieße. Und auch hier zeigt sich die Liebe zu cleveren, weil in der Praxis so gut funktionierenden Details. Da wären die kurzen und langen Spieße, die jeweils quer oder längs aufgelegt werden können und dank passender Einkerbungen quasi einrasten. Da rollt nichts weg und man braucht nicht mal zwingend Grillhandschuhe – wenigstens bei meinen Versuchen waren die Griffe immer kühl genug, um sie mit unbewaffneten Händen zu greifen.

Clever: die Spieße rasten in 90° Schritten in der Halterung ein, da verrutscht nichts
Die als Zubehör erhältliche Plancha eignet sich für Burger, Gemüse, Fisch und natürlich Spiegeleier

Nebenjob als Vorspeisengrill

Dreimal kam der Fennek 2.0 im einwöchigen Urlaub zum Einsatz und hat in jeder Gangart – Rost, Spießhalter und Plancha – Spaß gemacht und guter Ergebnisse geliefert. Insbesondere das clevere Konzept des Spießhalters hat es mir angetan und schlussendlich den Ausschlag für den Fennek 2.0 gegeben. Er lässt sich einfach prima als Vorspeisengrill nutzen, während im großen Grill die Hauptspeise gart. Und so ist er einfach mehr als ein Reisegrill, den man nur in den viel zu seltenen Urlauben nutzt. Zudem ist er leicht zu reinigen, gar spülmaschinenfest und in einer circa Malblock-großen (A3) Tasche mit unter 10 Zentimetern Tiefe wirklich ultrakompakt verstaut. So findet er selbst im akribisch durchdachten „Auto für den Urlaub packen“-Konzept meiner Gattin einen Platz.

Einer Tomate kann kaum etwas besseres widerfahren, als kurz angegrillt zu werden
Zucchini und (nicht im Bild) Aubergine eignen sich ebenfalls hervorragend für den Grill
Schichtbetrieb: Mit etwas Übung grillt man auf dem Fennek 2.0 auf zwei Ebenen
Smash Burger gelingen nur auf einer Plancha. Nach weniger als zwei Minuten sind diese Burger auf dem Teller

Fazit

Kurzum: Der Fennek 2.0 ist ein hochwertiger, ultrakompakter und clever designter Reisegrill, der viel zu viel Spaß macht, um ihn nur im Urlaub zu nutzen.