Pizza wie beim Italiener
Sage Pizzaiolo Smart Oven für zu Hause im Test
Testredakteur: Dipl.-Ing. Michael Voigt, 21.10.2021, Fotos: Technikzuhause, Sage

Sie lieben Pizza? Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen, denn wir zeigen Ihnen, wie man auch zu Hause in der eigenen Küche eine perfekte Pizza wie in Italien zubereiten kann. Glauben Sie nicht? TechnikzuHause tritt mit dem Smart Oven Pizzaiolo von Sage den Beweis an, dass eine knusprige, extrem leckere Pizza wie aus dem Holzofen in jeder Küche absolut kein Problem ist.

Pizza selbst gemacht

Elektrischer Pizzaofen für zu Hause: Der Pizzaiolo von Sage verspricht eine Pizza wie aus dem Holzofen

Ein krosser Rand mit fluffiger Blasenbildung, dem typischen Leopardenmuster und einem unvergleichlichen leicht rauchigem Geschmack und saftigem Belag aus frischen Zutaten – so lieben die meisten Europäer ihre Pizza. Bislang war die Herstellung solcher kulinarischen Meisterwerke den meist italienischen Pizzabäckern – auch Pizzaiolo genannt – vorbehalten. Schließlich bedarf es neben dem richtigen Rezept für den idealen Pizzateig einen speziellen Ofen, der es auf mindestens 350 Grad Temperatur bringen kann. Entweder nutzen Pizzaiolos den klassischen, holzbefeuerten Ofen oder einen riesig großen Spezial-Backofen mit Stromanschluss. Abgesehen von echten Enthusiasten wird sich allerdings kaum ein Privatanwender solche großen, kostspieligen und umständlich zu handhabenden Öfen in die Küche oder Garten stellen wollen. Die typische Alternative für den Hausgebrauch ist in der Regel der Backofen, der bei Temperaturen um 250 Grad zwar ebenfalls eine Pizza backen kann, aber bei weitem nicht die gewünschte Qualität und Konsistenz einer echten neapolitanischen Pizza erreichen kann. Doch die Rettung für Pizza-Liebhaber ist nahe:   Mit dem Smart Oven Pizzaiolo vom renommierten Hersteller Sage ist es problemlos möglich, eine authentische Pizza wie beim Italiener in der eigenen Küche zu zaubern, und das Ganze geht sogar erstaunlich einfach und problemlos. TechnikzuHause hat den 400 Grad Elektro-Pizzaofen ausgiebig getestet.

Sage Smart Oven Pizzaiolo – Profi-Pizza leicht gemacht!

Der Pizza-Spezialofen vom Hausgeräte-Profi Sage sieht mit seinem Edelstahlgehäuse und seiner Frontklappe mit Sichtfenster aus wie ein kleiner Backofen. Seine Abmessungen von etwa 47 x 27 x 46 Zentimeter erlauben eine problemlose Aufstellung in der Küche, auch sein Design und die Verarbeitungsqualität auf dem Niveau von Profi-Geräten strahlen sogar einen Hauch von Luxus aus. Doch der Pizzaiolo von Sage hat es in sich, denn im Gegensatz zu herkömmlichen Backöfen ist der Smart Oven in der Lage, Temperaturen bis zu 400 Grad zu liefern, und genau diese braucht man für eine wirklich authentische Pizza á la Napoli. Möglich ist dies durch zwei eingebaute Heizspiralen, die den Ofen-Innenraum von oben und unten mit einer Gesamtleistung von 2.350 Watt "befeuern" können, rein elektrisch natürlich. Diese enorme Leistung erfordert allerdings eine solide Stromversorgung über eine dazu geeignete Steckdose, Verlängerungskabel oder Mehrfachsteckdosen sind bei dieser Leistung tabu. Ein weiteres Merkmal zeichnet den Pizzaiolo als echten Spezialisten aus, denn auf der unteren Heizspirale liegt ein etwa 1 cm dicker Spezialstein, der Pizzen bis zu einem Durchmesser von 30 Zentimetern den typischen Steinofen-Look und Geschmack verleiht. Super-praktisch ist außerdem, dass beim Öffnen der Frontklappe dieser Stein etwa bis zur Hälfte aus dem Ofen herausfährt und so das Befüllen und Herausnehmen der Pizza enorm erleichtert. Ebenfalls praktisch ist das vom Hersteller mitgelieferte Zubehör wie ein stabiler Pizzaschieber aus Edelstahl und eine Pfanne mit abnehmbarem Griff. Denn neben neapolitanischer Pizza, direkt auf dem Stein gebacken, erlaubt der Sage Smart Oven auch die Zubereitung einer römischen Pfannenpizza oder dem Überbacken von Gemüse oder Aufläufen.

Ein Pizzastein, eine Pizzaschaufel aus Edelstahl und eine spezielle Pizzapfanne gehören zum Lieferumfang
Temperaturen bis 400° sind kein Problem für den Pizzaiolo – so wünscht sich das der Pizzabäcker!

Intelligente Temperaturregelung

Ein intelligentes Temperaturmanagement sorgt für perfekte Verteilung von Ober- und Unterhitze, je nach gewünschter Back-Variante

Der Pizzaiolo wurde in Zusammenarbeit mit professionellen Pizzabäckern entwickelt, daher verfügt der Smart Oven über ein ausgeklügeltes System zur Temperaturregelung und Verteilung von Ober- und Unterhitze im Innenraum. Am einfachsten ist es, eines von 7 perfekt abgestimmten Programmen zu nutzen. Per Drehregler kann der Nutzer wählen, ob er eine typische Holzofenpizza, eine etwas dicker belegte Pizza mit weichem Rand, eine dünne mit knusprigen Rand oder eine Pfannenpizza herstellen möchte. Der Sage Ofen bietet sogar die Möglichkeit, eine Tiefkühlpizza perfekt bei sanften Temperaturen um 200 Grad zubereiten zu können, doch wer einmal eine selbstgemachte Pizza gekostet hat, wird diese Funktion wohl eher selten nutzen.  Besonders spannend ist die Option, per weiterem Drehregler den Grad der Bräunung vom Rand zu justieren, denn je nach Einstellung wird die Oberhitze entweder vollflächig oder mit Fokus auf den Rand abgestrahlt. Der linke der beiden großen Regler fungiert als einstellbarer Timer, allerdings sollte man beim Hochtemperatur-Backen die ganze Zeit den Bräunungsprozess durch das Sichtfenster beobachten. Schließlich ist eine Pizza Napoli bei 400 Grad ganz locker nach 60 - 90 Sekunden fertig gebacken.

Einstellungen auch für Fortgeschrittene

Mit den Werkseinstellungen liegt der Benutzer des Pizzaiolo auf jeden Fall richtig, doch der Sage Smart Oven bietet auch fortgeschrittenen oder experimentierfreudigen Pizza-Bäckern genügend Möglichkeiten, ganz individuell in den Backprozess einzugreifen. Hierzu lässt sich der Pizzaiolo auf manuellen Modus umschalten, die beiden großen Drehregler arbeiten dann als separate Temperaturregler für Ober- und Unterhitze. Als pfiffiges Zubehör legt Sage eine magnetisch haftende "Beschriftung" bei, mit der man auf das Grad genau die Einstellung der oberen und unteren Heizspiralen ablesen, bzw. regeln kann.

Eine magnetisch haftende "Zusatzbeschriftung" erleichtert die Einstellungen im manuellen Betriebs-Modus

In der Praxis

Auf der Gehäuseoberfläche messen wir im Betrieb nur rund 22 Grad, lediglich die linke Seite des Pizzaiolo wird deutlich wärmer, ein wenig Abstand zu Gegenständen sollte eingehalten werden

Nach dem Auspacken unseres Sage Smart Oven Pizzaiolo sorgen wir für einen gut belüfteten Standort in der Nähe einer leistungsfähigen Wandsteckdose, denn trotz bester Wärmeisolierung produziert der Pizzaofen warme Abluft und eventuell etwas Rauch und Wasserdampf bei Öffnen der Tür. Freistehend auf einer Arbeitsfläche in der Küche ist der beste Ort für den Pizzaiolo, um auch mit der Pizzaschaufel problemlos arbeiten zu können. Wir lassen den Ofen vor dem eigentliche Testbetrieb etwa eine halbe Stunde bei maximaler Temperatur laufen, um eventuelle Produktionsrückstände an den Heizspiralen zu entfernen. Dabei stellen wir eine Temperatur von "nur" 22 Grad auf der Geräteoberseite fest, also keine Gefahr für Hände oder Gegenstände. Nur die linke Seite des Gerätes wird deutlich wärmer, hier sollte man genügend Abstand zu Schrankwänden oder anderen Gegenständen einhalten. In der Zwischenzeit bereiten wir unsere Test-Pizzen vor, deren Teig nach klassischer Art über 48 Stunden Zeit hatte, genügend Luftbläschen und Aromen zu bilden. Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten, einen perfekten Pizzateig zu erstellen, wir verweisen hier auf detaillierte Anleitungen und Rezepte diverser Profibäcker. Doch allzu viel falsch kann man nicht machen, wenn man den Teig mindestens 6 Stunden vor dem Backen zubereitet und tendenziell eher wenig Hefe verwendet (ca. 2 Gramm auf 1kg Mehl). Auch sollten Sie nach dem Teigbällchen formen diese noch mindestens 1-2 Stunden ruhen lassen, dann lassen sich die Pizzaböden viel leichter ausbreiten und ziehen sich nicht mehr zusammen. Wie genau wir unseren Teig vorbereitet haben, können Sie gerne HIER im Detail nachlesen.

Ab ins "Feuer"

Praktischerweise fährt der Pizzastein beim Öffnen der Tür zu rund einem Drittel aus dem Ofen und erleichtert das "Einschießen"der Pizza

Nach etwa 10-15 Minuten ist der Pizzaofen samt Stein auf Temperatur und betriebsbereit. Mit einem Sugo aus hochwertigen Tomaten, frischem Mozarella und ein wenig Salami belegt "schießen" wir unsere Pizza mit der Pizzaschaufel in den auf knapp 400 Grad vorgeheizten Sage Smart Oven Pizzaiolo. Dabei hilft ein wenig Semola (Hartweizengrieß) unter dem Pizzaboden, der das Ankleben der Pizza auf dem Schieber verhindert. Jetzt heißt es aufpassen: denn bei diesen Temperaturen kann man wortwörtlich dabei zusehen, wie der Rand der Pizza aufgeht, sich Blasen bilden und die Bräunung einsetzt. Nach etwa 60 Sekunden öffnen wir die Ofentür, um die Pizza zu drehen. Das wäre eigentlich nicht nötig, denn der Pizzaiolo sorgt für eine sehr gleichmäßige Bräunung der gesamten Pizza. Allerdings kann beim kurzzeitigen Öffnen der entstehende Wasserdampf entweichen und sorgt so für ein noch knusprigeres Ergebnis. Nochmals 60 Sekunden später ist die Pizza fertig und darf auf den Teller - ein unvergleichlicher Duft durchströmt unsere Testküche – perfekt!  Schon der erste Versuch mit der Werkseinstellung "Holzofen" produzierte eine optisch und geschmacklich perfekte Pizza, mit großer, knusprigen Kruste und der typischen Blasenbildung am Rand. Auch die Unterseite der Pizza zeigt das korrekte Muster mit kleinen dunklen Spots - so soll es sein. Für unsere nächste Pizza reduzieren wir mit dem Regler für den Bräunungsgrad den Anteil der Oberhitze, da wir nun auch Gemüse belegen und dieses nicht zu schnell verbrennen soll. Auch dies funktioniert perfekt und führt zu einem sensationell guten Ergebnis. Beim Benutzen des Pizzaiolo sollte man allerdings beachten, dass beim Öffnen der Tür sehr heiße Dämpfe entweichen, auch sind sämtliche Innenteile im Betrieb extrem heiß – hier heißt es also Aufpassen! Nach vier weiteren Pizzen beenden wir unseren ersten Testdurchgang und freuen uns schon auf den nächsten Arbeitstag- natürlich mit Pizza zum Mittag. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch trotz aller Begeisterung nicht aus, denn der Pizzaiolo produziert neben leckeren Pizzen auch einen braunen Schleier am Gerät. Dies ist völlig normal und den hohen Backtemperaturen und den Dämpfen geschuldet. Also heißt es, nach Abkühlen des Ofens den feuchten Lappen zu nehmen und die Innenseiten der Tür sowie die Gerätekanten zu putzen und  den Pizzastein von verbrannten Mehlresten zu säubern. Der Stein sollte übrigens nicht gespült, sondern nur leicht feucht abgewischt werden.

Unsere selbstgemachte Pizza "schießen" wir mit der Edelstahlschaufel ein, was aufgrund des automatisch ausfahrenden Stein recht einfach gelingt
Jetzt heißt es: Abwarten und Aufpassen...durch das Fenster lässt sich die Blasenbildung und der Bräunungsvorgang gut verfolgen
Nach etwa 60 Sekunden öffnen wir kurz die Ofentür und lassen etwas Wasserdampf entweichen
Bei 400 Grad ist schon nach nur knapp 120 Sekunden unsere Pizza fertig, hier ist genaues Timing wichtig

Fazit

Wir hätten es kaum für möglich gehalten, doch mit dem Sage Smart Oven Pizzaiolo lassen sich authentische Pizzen in der eigenen Küche produzieren, die den Vergleich mit der traditionellen Holzofenpizza vom Italiener locker standhalten. Der noch recht kompakte und schmucke Pizzaofen passt in jede Küche und liefert dank hoher Leistungsfähigkeit Temperaturen bis zu 400 Grad - so gelingt die perfekte Pizza. Die Bedienung des Pizzaiolo ist kinderleicht und dank ausgefeilter Voreinstellungen sind unterschiedliche Pizzatypen und Bräunungsgrade ein echtes Kinderspiel. Wer Pizza liebt, wird den Sage Smart Oven Pizzaiolo ebenfalls lieben – ein echtes Highlight für ambitionierte Hobby-Pizzabäcker!

Nicht schlecht für den allerersten Versuch mit dem Sage Pizzaiolo, oder? Der Redaktion hat es jedenfalls bestens gemundet!
Auch von unten sieht unsere Pizza aus, wie beim "Italiener um die Ecke", knusprig und mit Leopardenmuster, wie bei einer Holzofen-Pizza