Netgear Arlo Pro Kabellose HD-Sicherheitskamera
Testbericht 10. Juni 2017 Fotos: Hersteller

Netgear startete im letzten Sommer mit der Einführung seiner smarten Arlo HD-Überwachungskameras. In Zeiten,­ in denen fast in jeden Nachrichten über Einbrüche berichtet wird, liegt es einfach nahe, immer und überall zu wissen, was gerade in seinem Zuhause so passiert.­ Mit den kabellosen Arlo Pros folgt jetzt eine Erweiterung der Netgear-Familie, die über neue interessante­ Funktionen verfügen. Wir schauen uns die neue Kamera im Detail an.

Netgear bietet weitere Halterungen optional an
Die kleine Arlo Pro ist kabellos und wetterfest
Die Arlo Pro-Basisstation bietet eine integrierte Sirene

Eine oder mehrere Sicherheitskameras in oder außerhalb der Wohnung oder des Hauses bieten ein höchstes Maß an Abschreckung, Sicherheit und Beruhigung. Gerade, wenn man oft unterwegs ist, möchte man nachschauen, ob in den eigenen vier Wänden alles in Ordnung ist. Aber auch zur Beobachtung von Kindern oder auch pflegebedürftigen­ Personen macht so ein System Sinn. Zudem hat Netgear­ es geschafft, die Installation und Bedienung einfach zu machen, um auf unterschiedlichste Situationen reagieren zu können. So kann man eigene Regeln anlegen, die festlegen, wie und wann ein Alarm ausgelöst wird. Die macht man am besten per App auf dem Smartphone oder Tabelt bzw. am PC.

Eigene Regeln können beispielsweise einen Alarm inklusive der lauten Sirene aktivieren, falls man nicht zu Hause­ ist. Ist der Nutzer anwesend, erstellt man eine Regel, die lediglich eine Push-Nachricht sendet, falls Bewegung im Garten bemerkt wird oder das Kleinkind im Kinderzimmer wach wird - dann wäre eine Sirene zu viel des Guten. Das System kann zudem mit der IFTTT (If this than that)-Anwendung verbunden werden, um andere Anwendungen und Smart Home-Lösungen zu koppeln.

 

Arlo und Arlo Pro

Die Arlo Pro ist eine Erweiterung­ der schon bekannten Arlo-Familie. Sie bietet mehr Komfortfunktionen und es gibt zudem eine neue Basisstation. Das Konzept des Arlo-Systems haben wir bereits im letzten Jahr ausführlich vorgestellt. Seit dem ist die App und Software kontiniuierlich verbessert­ worden und arbeitet sehr zuverlässig. Gegenüber der günstigeren Arlo bietet die Arlo Pro jetzt den Akku-Betrieb statt Batterien, verfügt über einen etwas größeren Blickwinkel und reagiert jetzt nicht nur auf Bewegungen,­ sondern auch auf Geräusche. Darüber hinaus ist neben dem Mikrofon auch ein kleiner Lautsprecher integriert, so dass auch von außerhalb der Eindringling oder auch das Kind direkt angesprochen werden können. Beide Modelle liefern ein scharfes HD-Bild mit einer Auflösung von 720p.

Highlight ist zweifelsohne der völlig kabellose Betrieb. Dank Batterien (Arlo) oder Akku (Arlo Pro) können die wetterfesten­ Sicherheitskameras nahezu überall im Haus oder im Außenbereich installiert werden. Der sehr starke, integrierte Magnet erlaubt das direkte „Anheften“ an Metalltüren oder Heizungen. Eine mitgelieferte, halbkugelförmige­ Halterung kann an Decken oder Wände geschraubt werden. Die Kamera wird dort einfach dank des Magneten aufgesetzt und ausgerichtet. Zusätzlich befindet sich an der Unterseite ein Stativgewinde für optional erhältlich Befestigungen.­

Durch die völlig kabellose Arbeitsweise und die flexible­ Aufstellung ergeben sich noch mehr Möglichkeiten. Ist man nicht zu Hause, überwacht man beispielsweise die Haustür. Abends stellt man die Kamera im Kinderzimmer auf und schaut, ob das Kleinkind auch brav schläft.

 

Arlo Pro Basisstation

Zentrale der Sicherheitskameras ist die Arlo Pro Basisstation. Diese wird per Netzwerk-Kabel mit dem Router verbunden. Die Kameras koppeln sich dann per Funk. Auch hier bietet Netgear jetzt zwei Modelle an. Die Arlo sowie die neue Arlo Pro-Basis, die neben einem optisch aufgehübschten Gehäuse mit einer Sirene ausgestattet ist. Im Alarmfall bekommt man auf Wunsch nicht nur eine Push-Nachricht oder E-Mail, sondern schreckt den Eindringling auch gleich ab und macht die Nachbarschaft aufmerksam. Zusätzlich kann jetzt auch eine kleine USB-Festplatte angeschlossen werden, um Videoaufzeichnungen auch lokal und nicht nur in der Cloud zu speichern.

Netgear bietet wie auch schon seit dem letzten Jahr unterschiedliche Einstiegs- und Erweiterungspakete an. So gibt es die Arlo Pro als Bundle mit Kamera und Basis. Wer gleich auf die komplette Überwachung setzt, kann auch ein Paket mit mehreren Kameras kaufen. Wird eine Basis­station nicht mehr benötigt, kann man die Arlo Pro natürlich auch einzeln erwerben. Für Nutzer, die schon ein Arlo-System besitzen, kann die neue Arlo Pro auch mit der ersten Basisstation gekoppelt werden. Dann verzichtet man allerdings auf die Sirene. Da sowohl Arlo als auch Arlo Pro völlig kompatibel­ sind, können zudem die vorhandenen Arlo-Kameras mit der neuen Basisstation gekoppelt werden.

 

 

Nach dem Start der App sieht man die verbundenen Kameras.­ Von hier aus kann zudem die Sirene der neuen Basisstation manuell aktiviert werden
Mit einem Tipp auf Live schaut man direkt rein. Das Kamerabild kann zudem formatfüllend dargestellt werden­
Die Belichtung kann angepasst werden - hier wäre der Dachvorsprung des Gartenhauses sonst zu dunkel. Mit einem Druck auf Mikro bzw. Lautsprecher kann gehört und gesprochen­ werden
Die dunkle Terrasse wird mit der Nachtsichtfunktion prima ausgeleuchtet

Die Installation

Die erste Einrichtung des Arlo-Systems ist denkbar einfach. Man muss sich einmal bei Arlo mit seiner E-Mail-Adresse­ und Passwort registrieren, wählt in der kostenlosen App die Kamera, die mit der Basis verbunden werden soll und folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm. Nach dem Betätigen der Sync-Taste an der Kamera hält man einfach sein Smartphone mit dem dort dargestellten QR-Code vor die Linse und schon sind Basis und Arlo Pro gekoppelt. Das wiederholt man dann für alle Arlos, die man installieren möchte.

 

Funktion und Praxis

Netgear ist das ideale Alarm- und Überwachungssystem für alle, die keine feste Installation mit kabelgebundenem System vornehmen können oder wollen. Mietern bietet­ es zudem den Vorteil, dass es bei einem Umzug schnell abgebaut und mitgenommen werden kann.

Die neue Arlo Pro reagiert neben Bewegungen jetzt auch auf Geräusche, um eine Alarmsituation auszulösen. Das kann dann wahlweise eine Push-Nachricht, E-Mail oder die in der Basisstation integrierte Sirene sein (oder alles gleichzeitig).­ Der Hauptnutzer kann Familienmitglieder freigeben, die dann ebenfalls benachrichtigt werden. Per App können Alarmsituationen definiert werden. So kann man alle verbundenen Kameras mit einem Tipp aktivieren, sich aber je nach Situation nur auf einzelne beschränken. Zudem kann man wählen, ob bei Alarm ein Video mit bis zu 5 Minuten­ aufgezeichnet wird und/oder zusätzlich die Sirene­ ertönen soll.

Apropros Sirene: Sie ertönt laut Netgear mit einer Lautstärke von 100+ Dezibel. Im Praxistest schreckten wir beim ersten Ertönen so richtig zusammen - sie ist richtig laut und mit einer Frequenz, die sämtliche Gehörgänge zusammmenzucken lässt. Beim Ausprobieren sollte man also Abstand halten.

Neben der Aktvierung und Deaktivierung der Alarmfunktion kann zudem eine Zeitsteuerung programmiert werden. Dann schaltet das System automatisch zu für jeden Wochentag festgelegten Zeiten ein- bzw. aus. Darüber hinaus hat Netgear eine Geofencing-Funktion integriert.

Durch die Ortung des Smartphones schaltet sich das Arlo-System ein, wenn man das Haus verlässt und wieder aus, wenn man ankommt. Komfortabel können auch mehrere Handy gekoppelt werden - aktiviert wird dann erst, wenn das letzte Familienmitglied das Haus verlässt. In unserem­ Test funktionierte dies seit einem der letzten Updates (iOS oder Arlo) nicht mehr zuverlässig. Zumindest iOS-Geräte wurden nicht immer erkannt. Da hat Netgear noch Verbesserungs­potential mit einer der nächsten Updates.

Weiterhin lässt sich die Empfindlichkeit der Bewegungs- und Geräuscherkennung einstellen, so dass der Alarm nicht sofort losgeht, wenn die Blätter des Baumes durch einen Windstoß bewegt werden. Die Arlo Pro erkennt Bewegungen­ bis zu einer Entfernung von sieben Metern, was in unserem Test leicht übertroffen wurde. Wie uns Netgear mitteilte, wird zudem fleißig an der Erkennung gearbeitet. So soll demnächst eine intelligente Erkennung hinzukommen. Diese Analyse identifiziert Menschen, Tiere und sich bewegende Objekte und Arlo alarmiert dann nur, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Sobald dies verfügbar ist, werden wir berichten und testen.

Netgear hat es zudem geschafft, die Nachtsichtfunktion normals zu optimieren. Hier sehen wir deutlich und scharf, was bei uns im Garten passiert. Zudem ist die Ausleuchtung der Arlo Pro gleichmäßiger und weiter geworden.

Wird ein Alarm ausgelöst, werden der oder die Besitzer­ informiert, auf Wunsch ertönt die laute Sirene. Das ist aber noch nicht alles! Dank Cloud-Speicher wird mit der Arlo Pro auch gleich ein Video aufgenommen. Die Dauer kann manuell­ bis zu 2 Minuten eingestellt werden. Alternativ nimmt sie bis zum Ende der Bewegung bis zu 5 Minuten auf.

Die Videos werden je sieben Tage in der Cloud gespeichert­ und lassen sich auf Wunsch auf den Rechner laden, um sie dauerhaft zu archivieren. Zudem können mit diesem kostenlosen Arlo-Account bis zu fünf Kameras verbunden werden. Optionale Tarife bietet Netgear dann für noch mehr Kameras sowie eine längere Speicherzeit an.

Im Praxistest zeigte sich zudem, dass sich die Verzögerungs­szeit zwischen den tatsächlichen Bewegungen und des Bildes auf dem Tablet deutlich verkürzt hat. So liegen wir aktuell bei ca. einer Sekunde, was im vertretbaren­ Rahmen liegt.

Der integrierte Akku zeigt nach 4 Wochen Laufzeit mit regelmäßiger und täglicher Aktivierung der Bewegungs- und Geräuscherkennung noch eine Ladung von 60% an, so dass man im Schnitt und je nach Verwendung alle zwei Monate nachladen sollte.

 

Fazit

Mit der Arlo Pro ist Netgear eine perfekte Erweiterung seines Sicherheitskamera-Systems gelungen. Die kabellose Kamera überzeugt mit scharfen Bildern, umfangreichen Möglichkeiten der Alarmaktivierung mit Bewegungs- und Geräuscherkennung sowie 2-Wege-Audio und Videoaufzeichnung. Durch die völlige Kompatibilität von Arlo und Arlo Pro können vorhandenen Kameras oder Basisstationen weiterhin genutzt werden. Die neue Basisstation erhöht durch die integrierte Sirene den Sicherheitsaspekt weiterhin.

 

Test-Redakteur: Stefan Witzel

Für jede verbundene Kamera können grundlegende Einstellungen­
vorgenommen werden
Mikro und Lautsprecher lassen sich separat aktivieren oder deaktivieren
Unter Modus aktiviert oder deaktiert man die Alarm­situation, kann Zeitpläne sowie eigene Regeln anlegen
Für jede einzelne Kamera kann separat festgelegt werden, wie ein Alarm ausgelöst wird (Geräusch und/oder Bewegung) und was dann zu tun ist (Nichts, Video aufzeichnen, Sirene aktivieren)
Sowohl für die Bewegungs- als auch für die Geräusch­erkennung kann die Empfindlichkeit angepasst werden