Gesunde Snacks selbst gemacht – mit gedörrtem Obst, Gemüse und mehr…

Dörrautomat Vita5 Nobel S im Praxistest


Testredakteur: Vera Sattler und Stefan Witzel, 25.2.2021, Fotos: Vita5, Technikzuhause, Messungen: Technikzuhause

Wie bleiben Lebensmittel länger haltbar? Das Dörren ist eine sehr alte und sehr schonende Methode. Wurden Obst und Gemüse in frühen Zeiten meist in der Sonne getrocknet, gibt es heute elektrische Dörrautomaten unterschiedlichster Machart und Größe. Wir haben den Vita5 Nobel S genau unter die Lupe genommen und in der praktischen Anwendung getestet.

Dörren – warum und was?

Sechs Tablets passen übereinander in den Vita5 Nobel S. Das Bedienfeld befindet sich oben auf dem Gerät

Man kann natürlich Obst, Gemüse, Kräuter, Fleisch und Fisch auch in einem herkömmlichen Backofen trocknen. Viel effektiver geht jedoch ein elektrischer Dörrautomat ans Werk. Unser Testgerät, der Vita5 Nobel S arbeitet im idealen Temperaturbereich von 30 bis 90 °C, um Lebensmitteln sehr schonend die Feuchtigkeit zu entziehen. So bleiben viele Vitamine und Nährstoffe erhalten; Bakterien, die für das Verderben von Lebensmittel verantwortlich sind, werden jedoch zerstört. Das auf diese Weise behandelte Dörrgut ist nicht nur gesünder, sondern schmeckt auch intensiver. Und was sich eignet sich zum Dörren? Hier sind der Experimentierfreude kaum Grenzen gesetzt. Und ist man einmal auf den Geschmack gekommen, wird man sich an immer mehr Obst- und Gemüsesorten, Kräuter, Fleisch und Fisch herantrauen. Gerade rote Bete, Petersilienwurzel oder auch Weißkohl bzw. Wirsing stellen so in getrockneter Form eine gesunde Alternative zu den kalorienreichen und meist frittierten Kartoffelchips dar.

Verarbeitung und Ausstattung

Die Tür verschließt man per Schnappverschluss

Der Vita5 Nobel S hat ein Edelstahlgehäuse und wirkt mit seinem oberen Tragegriff und dem Bügelverschluss für die Glastür mit großem Edelstahlgriff charmant industriell. Der Automat hat eine Grundfläche von 36 × 30 und eine Höhe von 35,5cm - das ist auch für kleinere Küchen nicht zu üppig, zumal man das Gerät ja nicht ständig dort stehen haben wird. Er verfügt über insgesamt 6 Dörreinschübe im Format 28,5 x 20 cm – hier hätten wir nach den Außenmaßen größere Tabletts vermutet. Die Tiefe der Gitter ist deshalb so gering, da im hinteren Teil des Gerätes das Heizelement untergebracht ist. Die Edelstahl-Dörrtabletts sind sehr feinmaschig, damit der im Gerät erzeugte Luftstrom ungehindert über alle belegten Etagen gleichmäßig zirkulieren kann. Sie dürfen zur Reinigung in die Spülmaschine. Das Bedienfeld ist oben auf dem Gerät platziert; außerdem informiert eine kleine Tabelle über die ideale Zeit/Temperatur-Auswahl für das Dörren von Früchten, Fleisch, Gemüse, Fisch, Kräuter und die Zubereitung von Joghurt. Ein separater Ein-Aus-Schalter ist auf der Rückseite angebracht.

Bedienung

Über berührungsempfindliche Tasten werden Temperatur und Zeit eingestellt. Ein Tragegriff ermöglicht den sicheren Transport

Das LED-Touchscreen bietet die Einstellmöglichkeiten Start-Stopp, eine Zeitauswahl für maximal 24 Stunden und die Temperatureinstellung von 30°C bis 90°C. Die über Plus-Minus-Tasten eingestellten Werte werden im Display angezeigt. Die Temperaturangaben in der kleinen Tabelle auf der Bedieneinheit sind lediglich Richtwerte, denn Faktoren wie Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit oder Vorbehandlung sowie Wassergehalt der Lebensmittel können den Trocknungsvorgang beeinflussen. Hier wird man aber schnell die idealen Einstellungen herausfinden. Dabei gilt: Je geringer die Temperatur, desto länger dauert der Dörrvorgang. Empfindliche Lebensmittel besser bei niedrigeren Temperaturen trocknen; Fleisch und Fisch hingegen sollten nicht unter 60°C getrocknet werden.

6 Dörrgitter und ein Tablett befinden sich im Lieferumfang. Nach dem ersten Auspacken muss der Handgriff an der Tür angeschraubt werden
Zur einfachen Reinigung dürfen die Dörrgitter in die Spülmaschine

Die praktische Anwendung

Temperaturmessung im relevanten Bereich von 40°C bis 70°C. Die Temperatur wir sehr konstant gehalten und sind bei niedrigen Einstellung ein wenig über dem vorgegebenen Wert. Die Abweichungen zwischen unterem und oberen Dörrgitter liegen bei etwas über 3°C, was im praktischen Betrieb keine Rolle spielt

Wir belegen die Dörrtabletts und nehmen die entsprechenden Einstellungen vor. Im Display können wir die Restlaufzeit und die Temperatur im Wechsel ablesen. Wir merken an der vorne an der Tür über Lüftungsschlitze autretenden warmen Luft, dass der Automat fleißig seine Arbeit verrichtet – und dies macht er ausgesprochen leise. Ist der Dörrvorgang gemäß unserer Zeiteinstellung beendet, ertönt ein Signal. Wir lassen das Dörrgut kurz ruhen, bevor wir es entnehmen und natürlich probieren. Unsere Lebensmittel sind ganz nach unseren Vorstellungen getrocknet, sie duften lecker und schmecken ausgesprochen gut. Um die gleichmäßige Trocknung der Lebensmittel zu beurteilen, belegen wir die Tablets mit dünn geschnittenen Gurkenscheiben. Diese eignen sich sehr gut, da sie sehr viel Wasser enthalten. Wir messen vor sowie nach dem Dörrvorgang das Gewicht unserer Lebensmittel. Nach ca. 5 Stunden bei 60°C haben wir unseren Salatgurken zwischen 96 und 97% der Feuchtigkeit entzogen - und zwar auf allen Ebenen identisch, was auf eine sehr gute und gleichmäßige Wärmeverteilung im Gerät schließen lässt. Verantwortlich dafür ist die Heizung, die hinter dem eigentlichen Dörrraum untergebracht ist.

Dem Vita5 Nobel S gelingt es, die Temperatur durch schnelle Schaltzeiten der Heizung sehr konstant zu halten. Zwischen unterem und oberen Einschub messen wir lediglich eine Differenz von ca. 3°C sowie im gesamten Dörrberich eine geringfügig höhere Temperatur gegenüber der Einstellung. Im praktischen Betrieb und den relativ langen Dörrzeiten fällt dies jedoch nicht ins Gewicht.

Um die Wärmeverteilung im Innenraum zu überprüfen, bestücken wir alle Dörrgitter mit dünn geschnittenen Gurkenscheiben....
Nach dem Dörrvorgang ermitteln wir den Gewichts- (Wasser) verlust. Auf allen Ebenen ist der identisch, was für eine gleichmäßige Wärmeverteilung spricht
Die getrockneten Gurkenscheiben sind ein alternativer Snack - sie lassen sich jedoch auch sehr gut in eine Gewürzmühle geben und mahlen - schon hat man ein Gewürz mit intensivem Gurkenaroma

Wir füttern den Vita5 Nobel S mit weiteren Obst- und Gemüseportionen; letztere peppen wir teilweise etwas mit Öl und Gewürzen auf. Der Fantasie sind hier wirklich kaum Grenzen gesetzt, und die Ergebnisse sind rundum sehr gut gelungen.  

Tipp: Für sehr kleine oder auch sehr wasserhaltige Lebensmittel kann man ein Stück Backpapier auf das Gitter legen. Unsere getrockneten Tomaten legen wir nach dem Dörren mit italienischen Kräutern und Olivenöl ein - ein echter Hochgenuss.
Mein persönlicher Favorit: Sehr dünn geschnittene rohe rote Bete mit etwas Olivenöl eingestrichen und mit Salz bestreut- sehr lecker und kalorienarm
Der selbst gemachte Snackteller zum Fußballabend: Rote Bete, Petersilienwurzel, Apfelringe und Tomaten. Auch Pilze lassen sich perfekt trocknen und in einem kleinen Behälter möglichst luftdicht verschlossen relativ lange lagern. Bei Bedarf regeneriert man sie im Wasserbad.

Fazit

Der Dörrautomat Vita5 Nobel S meistert seine Arbeit sehr gut. Die Dörrergebnisse sind gleichmäßig auf allen Ebenen, die Temperatur- und Zeiteinstellung ist sehr praxisgerecht. Dazu kommt, dass man den Nobel S so gut wie gar nicht hört und er so auch in der Küche betrieben werden kann. Die Dörrgitter, die im Verhältnis zur Gehäusegröße relativ klein sind, verfügen über ein feinmaschiges Edelstahlnetz, ein zusätzliches Tablett nimmt Kräuter oder sehr kleine Lebensmittel auf.