Dörrautomat Vita5 Nobel Pro 6 im Test
Knackig, gesund und lange haltbar – Lebensmittel selbst gedörrt
Testredakteure: Dipl.-Phys. Stefan Witzel und Vera Sattler, 25.1.2021, Fotos: Vita5, Technikzuhause, Messungen: Technikzuhause

Dörren ist nicht nur eine vorzügliche Methode, Lebensmittel lange haltbar zu machen; sie beschert uns wahre Leckerbissen: pur, ohne ungewollte Zusätze, aromatisch und gesund. Dörren kann man im herkömmlichen Backofen, praktischer und wirtschaftlicher sind aber elektrische Dörrgeräte, vor allem wenn häufiger gedörrt werden soll. Wir haben uns den Dörrautomaten Vita5 Nobel Pro 6 in die Testküche geholt und ihn mit unterschiedlichen Lebensmitteln gefüttert.

Dörren – warum und was?

Auf sechs Ebenen mit je 30 x 33 cm (insgesamt 0,6 qm) kann gleichzeitig getrocknet werden

Tatsächlich ist das Dörren eine der ältesten Methoden, um die Haltbarkeit von Lebensmittel auf schonende Weise sicher zu stellen. Dabei wird Obst, Gemüse, Kräutern, Fleisch oder Fisch durch warme zirkulierende Luft Feuchtigkeit und damit auch vielen Bakterien, die für das Verderben der Lebensmittel verantwortlich sind, der Nährboden entzogen. Da mit niedrigen Temperaturen gearbeitet wird, bleiben viele Vitamine und Nährstoffe in den Lebensmitteln erhalten. Und man glaubt kaum, was sich alles dörren lässt. Nahezu alle Obstsorten sind geeignet – von der Aprikose über Apfel und Feige bis zur Weintraube, Zwetschge und Zitrusfrucht. Auch bei Gemüse und Kräutern geht fast alles: Gurken, Pastinaken, Wirsing, rote Bete als selbst getrocknete Chips – einfach super lecker und darüber hinaus noch kalorienarm. Wer die Kräuterfülle des Sommers trocknet, hat Minze, Salbei, Thymian und Co stets auf Vorrat. Längst schon auch bei uns als Köstlichkeit entdeckt - Beef Jerky: dünn geschnittenes, getrocknetes Fleisch, naturbelassen oder vor dem Dörren gewürzt oder mariniert – ganz wie es beliebt. Und auch Freunde von Trockenfisch haben mit einem Dörrautomaten den geeigneten Verbündeten.

Verarbeitung und Ausstattung

Der an der Rückseite angebrachte Lüfter verteilt die warme Luft sehr gleichmäßig

Der Vita5 Nobel Pro 6 zeigt sich in einem noblen Gehäuse aus Edelstahl und macht insgesamt einen tadellos verarbeiteten Eindruck. Mit einer Grundfläche von 34 cm x 46,5 cm und einer Höhe von 31,5 cm ist er für die Küchentheke nicht zu groß: Insgesamt sechs 30 x 33 cm große Einschübe bieten Platz auch für große Mengen Dörrgut. Die Edelstahl-Dörrtabletts (spülmaschinenfest!) haben sehr feine Stege, damit der im Gerät erzeugte Luftstrom ungehindert über alle belegten Etagen gleichmäßig zirkulieren kann. Mitgeliefert werden außerdem eine sehr feinmaschige Matte, auf der sich ideal Kräuter dörren lassen und ein Extratablett für die Herstellung von „Fruchtleder“ aus feinem Fruchtpüree. Eine Glastür mit Magnetverschluss erlaubt den Blick auf das Dörrgeschehen. Das LED-Touchscreen mit leicht verständlichen Einstellmöglichkeiten (Start-Stopp, Zeitvorwahl, Temperaturwahl) ist über der Glastür angeordnet. Der 600 Watt Vita5 Nobel Pro 6 erlaubt Temperaturen von 35° bis 75°C und entspricht damit dem zum Dörren idealen Temperaturbereich. Nach getaner Arbeit lässt sich der Dörrautomat dank seitlicher Griffmulden komfortabel bewegen; das Netzkabel ist mit 90 cm allerdings relativ kurz geraten.

Neben sechs spülmaschinengeeigneten Dörrtablets....
... befinden sich ein feinmaschiger Dörreinsatz sowie eine zusätzliche Dörrmatte im Lieferumfang

Bedienung

Das LED-Touchscreen bietet abgesehen von der Start-Stopp-Funktion die Einstellmöglichkeiten für die Temperatur zwischen 35 und 75°C mit Hilfe von Plus-Minus-Tasten. Es steht außerdem eine Zeitvorwahl im Halb-Stundenrhythmus zwischen 30 Minuten und 24 Stunden zur Verfügung. Zusätzlich gibt es eine Möglichkeit, nur den Ventilator laufen zu lassen. Dies kann man nutzen, um nach dem Dörren die Lebensmittel schneller abzukühlen.

Während des Betriebs zeigt das Display abwechselnd die eingestellte Temperatur....
... sowie die Restzeit an

Was die Temperatureinstellung betrifft gilt: Je geringer die Temperatur, desto länger dauert der Dörrvorgang. Das ist im Zweifel auch besser, denn bei geringerer Temperatur werden die Lebensmittel schonender getrocknet und wertvolle Inhaltsstoffe bleiben eher erhalten. Hier wird man ein wenig experimentieren müssen und beispielsweise bei weichem Obst – wie Pflaumen oder bei Pilzen und Kräutern bei 35°C beginnen. Fleisch und Fisch vertragen es heiß und sollten nicht unter 60°C gedörrt werden. Leider fehlen in der knappen Anleitung ein paar Zubereitungsvorschläge oder Rezeptideen.

Der "Gurkentest" zeigt, dass der Vita5 auf allen ebenen gleichmäßig trocknet.
Nach 5 Stunden bei 60°C haben die Scheiben 96% an Gewicht (das ist die Flüssigkeit) verloren - gleichgültig, ob sie oben oder unten im Gerät getrocknet wurden

Die praktische Anwendung

Unsere Messungen zeigen eine sehr gleichmäßige Temperaturverteilung vom Erdgeschoss bis in die 6. Etage

Sind die Dörrtabletts belegt, eingeschoben und die gewünschten Einstellungen vorgenommen, werden im Display im Wechsel die Restlaufzeit und die Temperatur angezeigt. Dank der Glastür kann man das Geschehen beobachten und sich schon einmal Appetit auf die späteren Leckerbissen holen. Hat der Dörrautomat seine Arbeit erledigt, ertönt ein Signal und im Display lässt sich „End“ ablesen.

Noch ein Wort zur Temperatur: Ganz entscheidend für das Dörrergebnis und letztlich für die Qualität des Dörrautomaten ist, dass die eingestellte Temperatur im kompletten Innenraum, also im Erdgeschoss ebenso wie auf der 6.Etage, gleichmäßig ist und die Tabletts nicht umverteilt werden müssen. Dafür bietet der Vita5 gute Voraussetzungen, da der Heizlüfter auf der Rückseite angebracht ist und nicht unten oder oben. So kann er die Wärme gleichmäßig auf die einzelnen Etagen verteilen. Unsere Messungen im praktischen Test zeigen, dass das Vita5-Prinzip aufgeht und die Temperaturen im gesamten Innenraum identisch sind und konstant gehalten werden. Und auch der Blick auf unser Test-Dörrgut liefert den Beweis einer sehr gleichmäßigen Trocknung. Eine leichte Abweichung messen wir generell zum eingestellten Wert, hier liegen wir ein paar Grad höher – im praktischen Betrieb wird man dies aber kaum merken.

Wir probieren uns unter anderem an Apfelringen....
... Tomaten mit Kräutern und Salz gewürzt...
.... sowie Rote Bete, die wir ganz leicht mit Olivenöl bestreichen und ein wenig salzen
Der gesunde und abwechslungsreiche Snack für den Fernsehabend: Bananenscheiben, Apfelringe, Zucchini, Pastinaken, Tomaten und rote Bete

Wir lassen den Vita5 Nobel Pro 6 weitere leckere Snacks herstellen: getrocknete Apfelringe, und Bananenscheiben – einfach lecker. Und auch Gemüse muss in die Trockenkammer, zum Beispiel Wirsingstückchen, Pastinaken- und Rote Bete-Scheibchen - so dünn wie möglich geschnitten - und je nach Geschmack von etwas Sojasauce, Olivenöl, Pfeffer und Salz unterstützt – erlaubt ist, was schmeckt. Auch hier die Ergebnisse rundum gleichmäßig und zum Anbeißen. Noch ein Tipp: Lagern Sie die getrockneten Snacks möglichst luftdicht, da sie schnell wieder Feuchtigkeit aus der Luft ziehen und dann nicht mehr schön knackig sind. Darüber hinaus arbeitet der Vita5 Nobel Pro 6 sehr leise, so dass er während der Arbeit auch ruhig in der Küche stehen bleiben kann.

Fazit

Der Vita5 Nobel Pro 6 ist ein tadellos verarbeiteter Dörrautomat mit sechs Einschüben, um auch mal größere Mengen zu trocknen. 6 Edelstahlgitter sowie ein feinmaschiger Einsatz und ein Dörrttablet befinden sich im Lieferumgang. Die Einststellmöglichkeiten sind praxisgerecht - wie unsere Messungen zeigen, liefert der Vita5 im gesamten Dörrraum eine gleichmäßig konstante Temperatur. Die Reinigung ist schnell gemacht – und dem gesunden Snack steht nichts mehr im Wege.